Leitl keine Sorgen um Österreichs Banken: Dürfen Ukraine nun aber nicht alleine lassen

Moskau will mit Geld-Hilfen Länder an sich zu binden Zu Bad Banks: Jeder muss für seine Sache einstehen

Leitl keine Sorgen um Österreichs Banken: Dürfen Ukraine nun aber nicht alleine lassen © Bild: APA/ORF/Badzic

Wirtschaftskammerpräsident Leitl macht sich trotz Finanzkrise und der schlechten Situation in manchen osteuropäischen Ländern keine Sorgen um Österreichs Banken. Die Frage, ob er Schwierigkeiten für Raiffeisen wegen deren Engagement in der Ukraine sehe, verneinte Leitl: "Nein, ich glaube, um Raiffeisen muss man sich keine Sorgen machen. Aber ich mache mir Sorgen um die Ukraine."

Leitl wirbt parallel zum EU-Finanzministerrat in Brüssel für Österreichs Osteuropa-Paket. "Es darf uns der Mittel- und Osteuropaflügel nicht wegbrechen. Die Finanzkrise schlägt dort voll durch, das kann uns nicht gleichgültig sein." Weiters meint Leitl: "Wenn wir die Ukraine allein lassen, wird sie sich nach Russland orientieren." Moskau gebe schon jetzt Milliarden aus, um Länder, die in Schwierigkeiten seien, an sich zu binden. Das dürfe man nicht übersehen.

Absage an Sarkozy
Eine Absage erteilte Leitl der Aufforderung des französischen Präsidenten Sarkozy, die Produktion von staatseigenen Betrieben nicht ins billige Ausland wie Tschechien zu verlagern. "Solche Äußerungen wie sie jetzt aus Frankreich kommen, dürfen keinen Platz haben", macht sich Leitl für die osteuropäische Wirtschaft stark.

Auch der Idee zur Schaffung von "Bad Banks" (schlechte Banken) zur Bekämpfung der Finanzkrise kritisierte Leitl: "Jeder Betrieb würde liebend gerne seine schlechten Forderungen auf den Mond hinaufschieben und nichts mehr damit zu tun haben. Aber jeder muss für seine Sache einstehen."

Osten & Westen aufeinander angewiesen
Zum Osteuropapaket stellte Leitl fest, dass der Osten und der Westen aufeinander angewiesen seien. Dass sich bisher die anderen EU-Länder skeptisch zur Österreich-Initiative zeigten, stört Leitl nicht. "Wir müssen das Bewusstsein schaffen", dass es wichtig sei, hier etwas zu unternehmen. (apa/red)