Leitl ergreift Partei für Ministerin Schmied: Schulpaket '09 mit neuen Verantwortungen

Leitl will Schulen mit mehr Verantwortung ausstatten Verwaltung der Schulgebäude soll Bund übernehmen

Leitl ergreift Partei für Ministerin Schmied: Schulpaket '09 mit neuen Verantwortungen © Bild: APA/Fohringer

Unterstützung für die von Unterrichtsministerin Claudia Schmied vorgeschlagene Übertragung der Zuständigkeit für die Pflichtschullehrer an den Bund kommt von Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl. Auch die Verwaltung der Schulgebäude soll einheitlich vom Bund wahrgenommen werden, die Lehrer von den Direktoren ausgewählt werden, so Leitl in einer Aussendung.

Die Ausstattung der Schulen mit mehr Souveränität und Verantwortung entspreche exakt den Forderungen der Sozialpartner in ihrem im Vorjahr präsentierten Bildungskonzept "Chancen durch Bildung", betonte der Wirtschaftskammer-Chef. Lehrer, deren Schüler beim Abtesten der geplanten Bildungsstandards überdurchschnittliche Ergebnisse erzielen, sollen außerdem bei der Entlohnung profitieren.

Weitere Forderungen der Kammer, die bereits im Bildungskonzept der Sozialpartner enthalten sind: Ein flächendeckender Ausbau von Ganztagsschulen, das altersunabhängie kostenfreie Angebot von Bildungsabschlüssen bis zur Matura und die Einführung eines kostenlosen, verpflichtenden Vorschuljahres für alle Kinder, die nicht über die notwendige Volksschulreife verfügen. Für eine stärkere Personalhoheit der Schuldirektoren plädiert auch die Industriellenvereinigung.

Schulpaket 2009
Schmied forderte bei der Präsentation ihres Schulpaketes am Schulgipfel klare Regelungen für die Verantwortlichkeiten an den Schulen. So sollen Innovationsprojekte an Schulen ermöglicht und den Direktoren Personalhoheit eingeräumt werden. In diesem Zusammenhang müsse auch die Zuständigkeit für alle Lehrer in die Kompetenz des Bundes fallen und die derzeit ebenfalls zwischen den Gebietskörperschaften geteilte Verwaltung der Schulgebäude in einer Hand zusammengeführt werden. Unklare Zuständigkeiten führten zu Ineffizienz.

Bei den "Schulgipfeln" treffen sich in etwa halbjährlich Schul- und Sozialpartner sowie Vertreter aus Politik und Wissenschaft. Der nächste ist für September geplant.

Wenig Freude haben die Grünen mit der Veranstaltung: Der Gipfel verkomme "zur Gesprächstherapie", so Bildungssprecher Dieter Brosz in einer Aussendung. An guten Ideen mangle es dabei nicht, nur werde nichts davon umgesetzt.

(apa/red)