Leichtathletik-EM in Göteborg: Hochsprung mit falschem, weil russischem Sieger Silnow

Nur Bronze für schwedischen Top-Favoriten Holm Sprint-Gold bei den Frauen holt Belgierin Gevaert

Das schwedische Publikum bei der Leichtathletik-Europameisterschaft hat am Mittwochabend zwar einen hochklassigen Hochsprungbewerb im Göteborger Ullevi-Stadion geboten bekommen, sich aber anstatt mit der erhofften Goldmedaille mit Bronze begnügen müssen. Olympiasieger Stefan Holm musste mit 2,34 m dem Russen Andrej Silnow, der mit 2,36 m Jahresweltbestleistung aufstellte, und dem Tschechen Tomas Janku (2,34) den Vortritt lassen.

Sprint-Europameisterin wurde als erste Belgierin überhaupt Kim Gevaert. In 11,06 Sekunden verwies sie die zeitgleichen Russinnen Jeketarina Grigorjewa und Irina Schabarowa (je 11,22) auf die Plätze. Die 46-jährige für Slowenien startende Merlene Ottey hatte das Finale um 3/100 verpasst, mit ihrer Jahresbestleistung von 11,41 wäre sie in den Endlauf gekommen.

Spannend entwickelte sich der Dreisprung der Frauen, die Griechin Hrisopiyi Devetzi hatte mit 15,05 m im ersten Versuch bis zum letzten der sechs Durchgänge geführt, erst im finalen Sprung setzte die Jahresweltbeste und Top-Favoritin Tatjana Lebedewa aus Russland 15,15 m in den Sand und holte sich damit noch die Goldmedaille. Im Speerwurf setzte sich der Norweger Andreas Thorkildsen mit 88,78 m vor dem Finnen Tero Pitkämäki (86,44) und dem Tschechen Jan Zelezny (85,92) durch, der mit nur einem gültigen Versuch Bronze holte. Für Norwegen war es das erste Speerwurf-EM-Gold.

Über 1.500 m verteidigte der Franzose Mehdi Baala in 3:39,02 Minuten seinen Titel vor dem Ukrainer Iwan Heschko (3:39,50) und den Spanier Juan Carlos Higuero (3:39,62). Für Baala wurde "ein Traum wahr", aber er war gleich doppelt traurig. "2010 werde ich wohl nicht mehr dabei sein, also ist es meine letzte EM-Medaille, und bei Weltmeisterschaften ist es für mich zu schwierig, Gold zu erreichen. Und ich musste auch an meinen Freund Vincent le Dauphin denken, der nach der Verletzung heute im Hindernislauf gerade jetzt in Paris an der Achillessehne operiert wird."

Der Franzose Marc Raquil siegte über 400 m in 45,02 Sekunden. Im 400-m-Hürdenlauf war die Russin Jewgenija Isakowa in 53,93 Sekunden nicht zu schlagen. Gold über 20 km Gehen bei den Frauen holte sich die Weißrussin Rita Turawa in 1:27:08 Stunden. Über 200 m spazierte der portugiesische 100-m-Europameister Francis Obikwelu als Schnellster in 20,58 Sekunden locker in das Halbfinale am Donnerstag und unterstrich seine Anwartschaft auf das Sprint-Double.(apa/red)