Leichenfund in Medjugorje: Pater Lachinger identifiziert

Wiener und seine Haushälterin waren seit 19 Monaten abgängig

Der Tote, der am 14. Dezember 2002 in der Nähe des "Erscheinungsberges" von Medjugorje in Bosnien-Herzegovina von einem Jäger entdeckt wurde, ist laut Kathpress als der seit 19 Monaten vermisste Ordenspriester Pater Franz Lachinger aus Wien identifiziert worden. Am Dienstag gab das österreichische Provinzialat des Kamillianerordens offiziell die Nachricht vom Tod bekannt.

Auf Grund einer Zahnkartei wurde im Gerichtsmedizinischen Institut der Universität Mostar die Identität geklärt. Das bestätigte auch das Außenamt auf APA-Anfrage. Demnach ist die Leichte bereits freigegeben worden. Die Überführung der sterblichen Hülle des Ordensmannes wurde veranlasst. Von der Haushälterin fehlt nach wie vor jede Spur. Laut Außenamt wurde aber am Auffindungsort von Lachinger eine zweite Leiche entdeckt. Diese sei noch nicht identifiziert bzw. wisse das Außenamt nicht, wann sie gefunden wurde. Über die Hintergründe bzw. den Obduktionsbericht von Lachinger war auch im Außenamt noch nichts bekannt.

Der Geistliche und seine Haushälterin Herta Brixler hatten für die Zeit vom 17. Mai bis 5. Juni 2001 ihr Quartier nahe Medjugorje gebucht. Am Vormittag des 21. Mai fuhren Lachinger und die Frau mit dem Auto von ihrer Pension in der Nähe von Medjugorje los. Der Priester trug sein Ordensgewand. Zuerst fuhren sie ins Informationszentrum der Wallfahrtsstätte, um sich nach einer Messe in deutscher Sprache zu erkundigen, und anschließend zum "Erscheinungsberg". Dort stellten sie das Auto ab.

Das Fahrzeug wurde einige Tage später von der Polizei versperrt und unversehrt sichergestellt. Ab diesem Zeitpunkt fehlt von den Wienern jede Spur. Weil die Beiden nicht mehr in ihre Unterkunft zurückkehrten, verständigte der Besitzer die Polizei. Die Gründe für das Verschwinden bleiben rätselhaft.

Auf Initiative der österreichischen Botschaft in Sarajevo wurde eine groß angelegte Suchaktion durchgeführt. 130 Polizisten samt Suchhunden, SFOR-Soldaten, die internationale Polizeitruppe IPTF und zivile Helfer beteiligten sich. Auch ein SFOR-Hubschrauber war im Einsatz.