Leiche von Pinochet wurde eingeäschert:
Urne auf dem Landsitz an Familie übergeben

Urne soll in Kapelle des Anwesens beigesetzt werden Disziplinarverfahren gegen Enkel des Ex-Diktators

Leiche von Pinochet wurde eingeäschert:
Urne auf dem Landsitz an Familie übergeben

Der Leichnam des am vergangenen Sonntag im Alter von 91 Jahren gestorbenen früheren chilenischen Diktators Augusto Pinochet ist eingeäschert und die Urne der Familie übergeben worden. Das berichtete die Zeitung "El Mercurio". Nach der Trauerfeier in der Hauptstadt Santiago war der Sarg aus Sicherheitsgründen in die Küstenstadt Concon geflogen worden.

Dort warteten etwa 1000 Anhänger vor dem Friedhof und klatschten Beifall, als der Sarg zum Krematorium gefahren wurde. Kurz vor Mitternacht fuhren dann acht Fahrzeuge der Streitkräfte zum Landsitz der Familie Pinochet in Los Boldos etwa 50 Kilometer südlich von Concón. Dort sollte die Urne in der Kapelle des Anwesens unter Ausschluss der Öffentlichkeit beigesetzt werden.

Disziplinarverfahren gegen Enkel Augusto
Unterdessen wurde bekannt, dass die Streitkräfte disziplinarisch gegen den Enkel des Ex-Diktators, Augusto Pinochet, vorgehen werden. Der gleichnamige Nachfahr hatte bei der Trauerfeier in einer nicht angemeldeten Rede den Toten als "Präsidenten" bezeichnet und nach Medienberichten eine Präsidentenschärpe am Sarg angebracht. Die Präsidentin Michelle Bachelet hatte zuvor ausdrücklich ein Staatsbegräbnis wie für ehemalige Staatschefs ausgeschlossen. Dies stehe Pinochet als Ex-Diktator nicht zu.

(apa/red)