Lehrer verklebte schwätzendem Kind den
Mund: Fragwürdige Erziehungsmaßnahmen

Schüler war Minenopfer und stammte aus Afghanistan Wiener Pädagoge abgemahnt, aber nicht suspendiert

Lehrer verklebte schwätzendem Kind den
Mund: Fragwürdige Erziehungsmaßnahmen © Bild: Corbis

Der Vorfall fand im Werkunterricht statt. Das Klebeband ist dem Vernehmen bereits nach ganz kurzer Zeit abgefallen. Wie im Stadtschulrat am Donnerstagabend dazu betont wurde, hat der Lehrer sofort nach dem Vorfall dem Direktor der Hauptschule von dem Fehlverhalten berichtet. Auch den Eltern sei dies sofort gemeldet worden.

Der Lehrer hat sich bei diesen entschuldigt. "Die Entschuldigung ist angenommen worden", hieß es. Der Pädagoge unterrichtet den betreffenden 13-Jährigen nun nicht mehr, der Lehrer wird auch schulpsychologisch betreut. Auf eine Suspendierung habe man vorerst verzichtet. Diese ist laut Stadtschulrat aber so gut wie fix, falls noch einmal etwas ähnliches passiert.

(apa/red)

Kommentare

\"Mundpflege\" Das war vergleichsweise noch harmlos gegen Strafmethoden, wie ich sie früher erlebte. Bin Jahrgang 1955 und hatte einen Religionslehrer, der mit ungehorsamen Schülern eine Runde lang boxte (!) Natürlich nicht zum Spaß und manche aufgeplatzen Lippen waren eh "gottgefällig"...

melden

Pflaster auf den Mund,.. ich bin Jg. 1952 ging in Wien in eine Klosterschule - bin aber bei der nächsten Gelegenheit aus dem Kathol. VEREIN ausgetreten! - (1958 -1968) auch DORT war es damals üblich "Schwätzern" und "Unterrichtsstörern" den Mund mit Leukoplast zu verkleben (einigen Mitschülern wurde diese "Ehre" zuteil) WIR haben damals - auch ACHTUNG, NICHT ANGST vor Autorität gehabt im Gegensatz zu heute - aber ALLE KEINEN SCHADEN dadurch davongetragen,obwohl es zugegeben entwürdigend ist. Nur ich kann auch das Lehrpersonal der HEUTIGEN Zeit verstehen, wo jedes Problem (auch erziehungsmäßig !!!) oft auf SIE abgewälzt wird. Und die ganzen ANTI-autoriär erzogenen EGOMANEN möchte ich nicht einmal geschenkt

Wien_1190 melden

Re: Pflaster auf den Mund,.. Sehr schön geschrieben, dem kann man nur beipflichten! Respekt vor Erwachsenen sollten die Kinder von den Eltern mitbekommen, nur in der heutigen Zeit der Schlüsselkinder läuft diese Erziehung leider viel zu oft schief

Woodentree melden

Re: Pflaster auf den Mund,.. Mh.. lass mich raten, die "gsunde Watschn" gehört bei dir sicher auch zu einem erfolgreichen Erziehungsvorgang dazu?
Man kann Kindern durchaus Respekt vor Autoritäten bzw. vernünfte Manieren beibringen, ohne sie quer durch die Wohnung zu prügeln bzw. unnötig zu erniedrigen. Das kommt als Erwachsener ohnehin von selbst.
Wenn man allerdings den Fernseher die Erziehung überlässt, kann das nix werden. Lehrer haben in dem Fall ehrlicherweise Pech. Zumal es durchaus Lehrer gibt, die den Gören gewachsen sind, ohne auf solche Mittel zurückgreifen zu müssen. Wenns da ein paar nicht schaffen, sollten sie sich vielleicht überlegen, ob sie den richtigen Job haben.

Wien_1190 melden

Re: Pflaster auf den Mund,.. Stimmt "Woodentree", man sollte Kinder schon im Kleinkindalter fordern, dass man ihnen den Eindruck eines "vollwertigen Menschen" vermittelt! Demnach sind sie dann auf den Intellekt und die Autorität Erwachsener "angewiesen" um deren Wissen zu erweitern! Wenn man, wie Sie schon richtig gesagt haben, jedoch dem Fernseher die Erziehung überlässt, dann kann man nicht erwarten das die Kinder selbst "Sozialkompetenz" entwickeln!

Erziehung ist ein Gut, wer es mitbekommen hat darf sich freuen, wer nicht sollte sich an seine Eltern wenden...

melden

Eine Frechheit egal ob Minenopfer oder Ausländer. Das ist eine Form von Gewalt...

melden

Re: Eine Frechheit Ja, aber eine harmlose; denn in Afghanistan hätte er ein Dutzend Stockschläge bekommen (und wäre sicher in keiner Zeitung erschienen)

Wien_1190 melden

Re: Eine Frechheit Ich würde gerne wissen wie sich ein Lehrer (an einer Hauptschule) durchsetzen soll? Dort sprechen die Hälfte der Klasse nicht einmal Deutsch und dann verlangt man vom Lehrer unmenschliches (Erziehung,Integration, Sozialkompetenz und zusätzlich noch die Aufgabe des Lehrstoff Vermittelns!) da darf man sich nicht wundern, wenn der ein oder andere "kreative" Lehrer zu etwas drastischen Sanktionen greift! Wir haben damals mit dem Rohrstock eine auf die Finger oder ins Gesicht bekommen, demnach was das Klassenklima (auch wenn es gezwungener Maßen war) sehr friedlich und lern-orientiert.

Ich halte zwar herzlich wenig von Gewalt an Schulen, aber wenn man dem Ganzen nicht anders Herr wird, dann muss man auf diverse Aktionen einfach Reaktionen folgen lassen!

bigmike077 melden

Re: Eine Frechheit @wien_1190 Wenn du so eine Meinung hast, tust du mir leid. Wenn ein Lehrer zu solchen Mitteln greift, hat er den Beruf verfehlt. Gewalt darf nicht einmal als allerletztes Mittel verwendet werden. Gewalt mit Gegengewalt antworten bringt überhaupt nichts. Man braucht nur in die große weite Welt schauen.

Seite 1 von 1