Lehrerdienstrecht von

Lehrer-Demo zum Schulstart

Protestveranstaltung vor dem Ministerium - Streik steht nicht zur Diskussion

Junglehrer und Lehramtsstudenten anl. einer Demonstration gegen die geplante Reform des Lehrerdienstrechtes © Bild: APA/Herbert Neubauer

Zum Schulbeginn in Ostösterreich haben am Montag Junglehrer und Lehramtsstudenten erstmals ihren Protest gegen die geplante Reform des Lehrerdienstrechts auf die Straße getragen. Der Zulauf blieb allerdings gering: Bei der Demonstration, zu der die von der Gewerkschaft unabhängige "Initiative für ein faires LehrerInnendienstrecht" aufgerufen hatte, haben sich am Montagnachmittag nur knapp hundert Menschen vor dem Unterrichtsministerium versammelt.

"Wir können auch anders", skandierten sie, und "Auch unser Idealismus hat Grenzen". In Sprechchören wandten sie sich "gegen die Ausbeutung der Junglehrer" und "gegen das Aushebeln der Gewerkschaft". Die Initiative befürchtet, dass das neue Lehrerdienstrecht mehr Klassen pro Lehrer und dadurch weniger Zeit für den einzelnen Schüler und massive Qualitätseinbußen zur Folge haben wird.

Gemeinsame Demos mit Schülern und Eltern

An den Schulen, wo am Montag bei den Eröffnungskonferenzen für die Protestveranstaltung geworben wurde, habe man viel Zuspruch erhalten, so die Gründerin der Initiative, Elisabeth Denscher, zur APA. Allerdings müssten viele Kollegen am Nachmittag Nachprüfungen abhalten, erklärte sie sich den geringen Zulauf zu der Veranstaltung. Als weitere Maßnahmen wurden von einem Redner gemeinsame Demos mit Schülern und Eltern vorgeschlagen. Bei Dienststellenversammlungen sollten an den Schulen außerdem "Kampfmaßnahmen diskutiert werden, von Dienst nach Vorschrift bis zum Streik", so Lehramtsstudent Sebastian Kugler.

Die Regierung hatte vor knapp drei Wochen ohne Zustimmung der Gewerkschaft einen Gesetzesentwurf in Begutachtung geschickt. Vorgesehen ist ein einheitliches Dienstrecht für alle neu eintretenden Pädagogen ab 2019/20, bereits ab 2014 können Neu-Lehrer freiwillig das neue Modell wählen. Es sieht eine Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung auf 24 Stunden vor (wobei bis zu zwei Abschlagsstunden für Klassenvorstände, Mentoren sowie für Lernbegleitung und Schüler-bzw- Elternberatung vorgesehen sind), höhere Anfangsgehälter samt einer späteren Verflachung der Gehaltskurve, neue Regeln für Zulagen, verpflichtende Fortbildung für alle Lehrer, eine Neugestaltung des Berufseinstiegs sowie ein Aus für die Pragmatisierung.

Unterstützung für den Protest kam per Aussendung von der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH). Es sei "unverantwortlich", dass Junglehrer in der Induktionsphase zur Berufseinführung schon eine volle Lehrverpflichtung übernehmen sollen. Der Arbeitsaufwand sei "nicht bewältigbar", so Viktoria Spielmann (Grüne und Alternative StudentInnen, GRAS). Sie fordert außerdem, dass "nach der Wahl sofort" die Verhandlungen mit der Gewerkschaft fortgeführt werden.

Gewerkschaft: "Streik steht nicht zur Diskussion"

Die Gewerkschaft zeigte ihrerseits Verständnis für die Aktion der Junglehrer, setzt selbst aber vorerst auf Information der Kollegen. "Protest in Form von Streik steht derzeit nicht zur Diskussion", so Paul Kimberger (FCG), Vorsitzender der ARGE Lehrer.

Er zeigte allerdings Verständnis dafür, dass die von der Gewerkschaft unabhängige Gruppierung auf die Straße geht. "Ich kann nachvollziehen, dass die jungen Leute ihren Unmut auf diese Weise äußern." Nun, da der Begutachtungsentwurf für die Reform öffentlich sei, zeige sich eben, dass die "Propaganda" von Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Unterrichtsministerin Claudia Schmied (beide SPÖ) nicht der Wahrheit entspreche. "Der heutige Protest zeigt, dass wir von einem attraktiven, modernen Dienstrecht weit entfernt sind."

Die Regierung hatte vor knapp drei Wochen ohne Zustimmung der Gewerkschaft einen Gesetzesentwurf in Begutachtung geschickt. Vorgesehen ist ein einheitliches Dienstrecht für alle neu eintretenden Pädagogen ab 2019/20, bereits ab 2014 können Neu-Lehrer freiwillig das neue Modell wählen. Im neuen Dienstrecht ist eine Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung auf 24 Stunden geplant (wobei bis zu zwei Abschlagsstunden für Klassenvorstände, Mentoren sowie für Lernbegleitung und Schüler-bzw- Elternberatung vorgesehen sind), höhere Anfangsgehälter samt einer späteren Verflachung der Gehaltskurve, neue Regeln für Zulagen, verpflichtende Fortbildung für alle Lehrer, eine Neugestaltung des Berufseinstiegs sowie ein Aus für die Pragmatisierung.

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