Lehren aus Hypo Alpe Adria und BAWAG: Finanzmarktaufsicht will intensiver prüfen

Acht größten Banken ab nun jährlich kontrolliert 10% der Wertpapierdienstleister regelmäßig geprüft

Lehren aus Hypo Alpe Adria und BAWAG: Finanzmarktaufsicht will intensiver prüfen © Bild: APA/Schneider

Die seit Jahresbeginn neu aufgestellt Finanzmarktaufsicht plant gemeinsam mit der in die Oesterreichische Nationalbank ausgelagerten operativen Bankenaufsicht, die Prüffrequenzen zu erhöhen. So werden in Zukunft die acht größten österreichischen Banken jährlich geprüft. Weiters sollen jährlich 10 Prozent der Wertpapierdienstleister geprüft werden, kündigten die FMA-Vorstände Ettl und Pribil an.

Zu den acht größten und in ihrem Geschäftsmodell komplexesten Banken in Österreich zählt die FMA neben den fünf dominanten Instituten Bank Austria, Erste Bank, Raiffeisen Zentralbank, ÖVAG und BAWAG noch die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien, die Hypo Alpe Adria-Bank und die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich. Die nächsten 20 größten Banken sollen mindestens alle zwei Jahre geprüft werden - und ebenfalls nach 5 bis 6 Jahren eine Vollprüfung hinter sich haben. Der Prüfungsauftrag kommt von der FMA.

Lehre gezogen?
Als Lehre aus den Fällen BAWAG und Hypo Alpe Adria-Bank sollen künftig vor allem intransparente Strukturen und Produkte verstärkt hinterfragt werden. Mit sogenannten eigentümerlosen Gesellschaften in Steueroasen und Offshore-Zentren werde sehr scharf umgegangen werden, so Ettl. Die Geschäftsleitung habe entsprechende Risikosysteme einzurichten und zu dokumentieren. Jede Bank muss wissen, was dort passiert, "sonst treten wir in einen sehr intensiven Dialog mit diesem Institut".

Bei den jährlichen Prüfungen werde es sich um keine Vollprüfungen handeln, erst im Laufe von 5 bis 6 Jahren werden die Banken voll geprüft sein, so Ettl.

(apa/red)