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Die "heimliche" nächste Generation

Lehren der E3: So sind die Trends und Neuheiten der Videospielemesse einzuschätzen

Leben - Die "heimliche" nächste Generation © Bild: Getty Images/Djansezian

Die größte Videospielmesse der Welt, die E3, neigt sich morgen schon wieder dem Ende zu. Ein beispielloser Bilderrausch aus Los Angeles zeigte erneut den Status Quo einer milliardenschweren Unterhaltungsbranche. Und Gamer sahen nicht zuletzt jene Trends und Neuankündigungen, die sie bis ins Jahr 2017 hinein erwarten wird. Nachfolgend die wichtigsten Erkenntnisse, die man aus der heurigen E3 ziehen kann.

1. Die heimliche nächste Generation

Auch wenn Microsoft und Sony es so direkt nicht gerne zugeben: Die nächste Konsolengeneration steht vor der Tür. Während Sony bereits am Wochenende bestätigt hatte, dass eine weiterentwickelte Playstation 4 (Codename "Neo") in Arbeit sei, kündigte Microsoft in seiner Pressekonferenz vom Montag an, dass das Unternehmen mit einer neuen Konsole unter dem Codenamen "Scorpio" für das Weihnachtsgeschäft 2017 ins Rennen gehen wird.

© Getty Images/Djansezian Die nächste Generation nähert sich in leisen Schritten

Dass es sich dabei nicht um Gehäusekosmetik oder Energieeffizienz-Rekorde aktueller Modelle handelt, ist offensichtlich. Die Hardware dürfte in beiden Fällen deutlich überarbeitet werden, um eine Darstellung in 4K und Virtual-Reality-Konzepte flüssig über die Bildschirme flimmern zu lassen. Nicht auszuschließen ist freilich, dass Entwickler das Plus an Rechenleistung für schönere Effekte und mehr Details bei einer Full-HD-Auflösung nutzen. Und spätestens dann, wenn man für diesen Spaß mindestens 500 Euro hinblättern wird, könnte man auf den Gedanken kommen, dass das vielzitierte "Update" vielleicht doch eine neue Generation ist.

2. We are VR: Alle wollen Helm

Die verkabelten Zombies im Wohnzimmer kommen! Ein Blick durch die Hallen der heurigen E3 zeigt eine wundersame Helm-Vermehrung. Virtual Reality gibt es für den PC mit HTC Vive und Oculus Rift zwar schon seit längerem, die hohen Anschaffungskosten begrenzen den Markt aber auf wenige Early Adopter. Mit Playstation VR und der wahrscheinlichen Kompatibilität von Oculus Rift zu Xbox-Konsolen halten die Headsets aber bald Einzug in den Massenmarkt. Den Auftakt dazu macht Sony bereits im Oktober.

© 2016 Getty Images Come on, VR!

Innovatives Potenzial gibt es jedenfalls genug: Kombiniert mit leistungsstarker Hardware offenbaren sich wortwörtlich greifbare Spiel-Alternativen. Die Betonung liegt auf Alternativen, denn ersetzen wird Virtual Reality Couch und Controller aus einfachen Gründen der Convenience noch länger nicht. Mehr dazu im Überblick zu Virtual-Reality-Systemen.

3. Keine Angst vor neuer Hardware

Die "alte" Playstation 4 oder Xbox One muss man noch lange nicht auf den Müll werfen. Auch wenn die herannahende Zwei-Klassen-Generation so manchen Consolero verärgern dürfte, versprechen die Hersteller, dass künftige Spiele auf allen Plattformen lauffähig sein werden. Nicht abschätzbar ist zum jetztigen Zeitpunkt freilich die Frage, wie das in der Realität aussehen wird.

© Getty Images/Djansezian Besitzer aktueller Spielkonsolen müssen sich keine Sorgen machen

Dass der aktuellen Konsolengeneration die Luft vergleichsweise schnell ausgegangen ist und Nachholbedarf besteht, sollte angesichts der niedrigen Preise aber nicht verwundern. Eine Spielkonsole um 300 Euro ist eben kein Gaming-PC um 2.000 Euro. Man kann dem fließenden Übergang in die neue Generation schließlich auch Positives abgewinnen: Man muss nicht zwingend die aktuellste Hardware besitzen, um die aktuellsten Spiele genießen zu können. PC-Spieler praktizieren das bereits seit Jahrzehnten.

4. Nintendo und die drei Fragezeichen

Wann erscheint das neue Zelda? Wird es noch eine neue Nintendo-Konsole geben? Wer könnte Nintendo kaufen? Antworten auf die ewigen drei Fragen rund um den japanischen Paradiesvogel der Branche gibt die E3 heuer ganz unterschiedlich: "Zelda: Breath of the Wild" erscheint zunächst 2017 und verspricht Nintendos größtes Abenteuer aller Zeiten zu werden. Und ein großartiges.

Das neue Zelda lebt: Und der kleine Junge heißt immer noch Link

Das Spiel wird noch für die Wii U erhältlich sein, soll aber auch für die nächste Konsole Nintendo NX erscheinen. Womit die zweite Frage indirekt auch beantwortet wird. Offizielle Details zur neuen Konsole gibt es allerdings keine, neueren Gerüchten zufolge soll sie erst im September vorgestellt werden. Und wenn man sich den Andrang beim E3-Messestand von Nintendo ansieht, bekommt man eigentlich auch eine Antwort auf die letzte Frage: Nintendo muss von niemandem gekauft werden. Zum Glück.

5. Der Nächste, bitte!

Ob man es mag oder nicht: Das Reich der Videospiele bleibt auch eines der Fortsetzungen. Und davon gibt es auch heuer auf der E3 wieder die volle Breitseite. "Dishonored 2", "Watch Dogs 2", "Mafia 3", "Dead Rising 4", "Resident Evil 7" und "FIFA 17" (!) sind nur ein kleiner Auszug des Fortsetzungsreigens. Und wenn es kein direkter Nachfolger ist, dann bitte überhaupt ein Reboot oder eine Remastered-Ausgabe: Der Arena-Shooter "Quake", das Rollenspiel "The Elder Scrolls: Skyrim" und Sonys Göttergemetzel "God of War" sind in dieser Kategorie heuer die prominentesten Vertreter.

© AFP or licensors Die Fortsetzungs-Zombies wüten wieder um sich

Immerhin sind auch eine Reihe gänzlich neuer Titel angekündigt, die Appetit auf mehr machen: Allen voran Hideo Kojimas aktuelles Werk "Death Stranding", die Open-World-Postapokalypse "Days Gone", aber auch Ubisofts Extremsport-Spektakel "Steep". Last but not least freut es Spieler zu sehen, dass "The Last Guardian" endlich vor seiner Fertigstellung steht.

6. Bitte erst kaufen, dann fragen

Eine Unart der Branche scheint sich mittlerweile etabliert zu haben: Egal, wann ein Spiel erscheint, man kann es bereits vorbestellen. Der Sinn für den Konsumenten will sich dabei nach wie vor noch nicht so recht erschließen. Im besten Fall wird man zum zahlenden Beta-Tester, im schlechtesten zahlt man im Vorfeld mehr als mit ein wenig Geduld zum Release. Und mittendrin gibt es ein paar Vorbesteller-Boni, die keinen wirklichen Vorteil bringen. Und die Sorge, dass ein gehyptes Spiel ausverkauft sein könnte, sollte man im Zeitalter digitaler Downloads ohnehin nicht mehr hegen.

7. Kill confirmed: Messen sind voll 90er

Endgültig vorbei scheinen die E3-Zeiten, in denen man von völlig neuen Ankündigungen aus den Socken gehauen wird. Oder von wenigstens einer. Besonders heuer wurde im Vorfeld so ziemlich jeder Vogel im Internet abgeschossen, der auf der E3 abheben wollte. "Project Scorpio"? Nichts Neues. "Resident Evil 7"? Wusste man schon und kann sogar zuhause eine Demo spielen. Playstation VR im Oktober? Offensichtlich.

© 2016 Getty Images Messeklassiker: In der Schlange stehen

Was den Nachrichtenwert betrifft, ist es also nicht abwegig, Videospielmessen als überholt zu betrachten. Abgesehen von offiziellen Bestätigungen und dem Mehrwert direkt vor Ort, schadet es aber nicht, die Tradition beizubehalten. Den Fixtermin E3 verbucht man als Spieler schließlich gern im Kalender. Immer noch.

Kommentare

Randa Steinfeldt

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