Wahlkampf in Italien von

Lega Nord will Bordelle
wieder einführen

Rechtspartei will sich an Österreich ein Beispiel nehmen

Italiens ausländerfeindliche Rechtspartei Lega Nord wirbt im Wahlkampf für die Parlamentswahlen am 4. März für die Abschaffung des Verbots von Bordellen in Italien. Freudenhäuser, die seit den 1950er-Jahren verboten sind, sollten wieder geöffnet werden, forderte Lega Nord-Chef Matteo Salvini in einem Radiointerview am Dienstag. Italien solle sich an Österreich ein Beispiel nehmen

"Die Prostitution ist eine Wahl. Es gibt Leute, die beschließen, Lehrer, oder Polizisten zu werden. Andere werden Prostituierte für Geld. Das ist eine freie Wahl. In Italien wird der Prostitutionsmarkt von der Kriminalität kontrolliert und betrifft 80.000 Personen. In Österreich, in der Schweiz und in Deutschland setzt man Regeln. Prostitution ist eine Arbeit wie jede andere, die man aus freier Wahl macht, die medizinisch kontrolliert und besteuert wird. Ich will ein Land mit Regeln", so Salvini, der mit seiner Lega der Mitte-rechts-Koalition um Ex-Premier Silvio Berlusconi angehört.

Das Thema der Legalisierung der Prostitution ist in Italien seit Jahren heftig umstritten. Wegen des florierenden Straßenstrichs diskutiert man seit einigen Jahren über die Möglichkeit, Bordelle wieder zu eröffnen und sie genau zu kontrollieren. Schätzungen zufolge gibt es in Italien bis zu 100.000 Prostituierte, ein Drittel davon aus dem Ausland. Mehr als die Hälfte davon arbeitet auf der Straße.

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