Lebensmittelpreise von

Essen wird teurer

Nahrungsmittel werden sich in Europa in den kommenden Jahrzehnten massiv verteuern

Lebensmittelpreise - Essen wird teurer © Bild: thinkstock.de

Vielleicht sollte man noch schnell einen Großeinkauf machen und dann alles einbunkern. Denn Nahrungsmittel werden sich in Europa in den kommenden Jahrzehnten massiv verteuern, warnt der "Biopionier" Werner Lampert. Aber nicht nur bei uns, sondern in ganz Europa.

In 20 bis 30 Jahren werde es große Probleme bei der Versorgung mit Lebensmitteln geben, deshalb müsse man trachten, "damit uns die österreichische Landwirtschaft in 20, 30 Jahren noch ernähren kann", sagte Lampert in einem Interview mit den "Salzburger Nachrichten" (SN, Samstag). Lebensmittel würden einen "ernsthaften Echtpreis" bekommen, bei Fleisch werde dies das Drei- bis Vierfache im Vergleich zu heute sein, so Lampert. Teils würden heute schon vierfache Preise gezahlt, nicht hierzulande, sondern von den "Menschen in Südamerika".

"Bauernfreundliche" Preise in Österreich
Die Preise in Österreich seien immer "bauernfreundlich" gewesen, so Lampert in den "SN": "Österreichs Bauern erhalten anständige Preise, auch die Biobauernzuschläge sind sehr anständig." Aber eine Debatte, dass Lebensmittel bei uns "zu teuer" seien, sei "absurd".

Vergleichbare Biomarken-Erfolgsstorys wie in Österreich - Lampert hat zwei Marken selbst mit aufgebaut -, gebe es anderswo nicht, hatte der Biopionier in den "Oberösterreichischen Nachrichten" (OÖN) erklärt: "Das ist grundsätzlich schon ein österreichisches Phänomen. Im Verhältnis zu anderen Ländern ist der Wunsch nach qualitätsvollen Lebensmitteln bei uns sehr ausgeprägt."

In Österreich hat Lampert die Biomarken "Ja! Natürlich" (für Rewe) und "Zurück zum Ursprung" (für Hofer) aufgebaut.

Kommentare

Teurere Lebensmittel ? Solange weiterhin soviel weggeworfen wird und solange Spekulanten und nicht der Produzent=Bauer über den Rohstoffpreis entscheidet wird es auch keine Preisgrenzen nach oben geben. Was wurde nicht alles in der Vergangenheit schon unternommen um die Preise hochzuhalten, zB Tonnen von Getreide im Meer versenkt, Lebensmittel zu Treibstoff raffiniert usw. Und wenn der Konsum aufgrund der hohen Preise zurückgeht werden halt wieder tausende Handelsangestellte entlassen, die dann auch kein Geld haben werden sich ein Essen zu kaufen. Und die Gasthäuser und Restaurants bleiben leer, so wie zur Zeit in Griechenland und Spanien. Solange der Leidensdruck nicht groß genug ist wird sich auch nichts ändern. War schon immer so. Aber dann kracht es halt irgendwann dafür recht ordentlich.

Mag sein, dass die Lebensmittelpreise noch weiter steigen An eine Verteuerung bis zum 4-fachen glaube ich trotzdem nicht.
Denn sollten sich die Preise wirklich in diese Höhen entwickeln würde der Konsum zurückgehen. Es wird ohnehin viel zu viel Fleisch gegessen! Sinkendem Konsum folgen automatisch auch sinkende Preise! Weiters leben wir in einer globalisierten Welt, die Preise werden nicht in Österreich gemacht sondern am Weltmarkt. So wie sich unsere Industrie Weltmarktpreisen unterordnen muß, so muß es auch die Landwirtschaft. Förderungen gleichen derzeit die wesentlich niedrigeren Weltmarktpreise aus womit es unseren Bauern verhältnismäßig gut geht. Ich denke nicht, dass es diese Förderungern in alle ewigen Zeiten geben wird!
Und nochetwas zu den Fleischpreisen in Südamerika: Die betragen trotz Erhöhungen nur einen Bruchteil unserer Preise!

geronimo75 melden

Entwicklung der Lebensmittelpreise Es stellt sich durchaus die Frage ob Otto Normalverbraucher auch daran denkt, dass selbst auf Lebensmittel spekuliert werden kann. Zwangsläufig werden dadurch die Preise in die Höhe schießen und wir werden weiterhin brav bei den Wahlen unser Kreuz Parteien schenken, die diesem ganzen ungeheuerlichen Treiben tatenlos zusehen - oder diese Entwicklung als Bio-trend betrachten.

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Re: Entwicklung der Lebensmittelpreise Und bei welcher Partei sollte man dann Ihres Erachtens das Kreuzerl machen, wenn man möchte,dass der Spekulation ein Ende gesetzt wird? Mir fallen da ehrlich gesagt nur die Kommunisten ein,aber die wähle ich aus verschiedenen anderen Gründen nicht.

Abgesehen davon,glauben Sie wirklich, dass,wer auch immer in Österreich an der Macht ist, Nahrungsmittelspekulationen verhindern könnte? An ein Sinken der Armut oder der Spekulationen ohne weltweite gezielte politische Willensakte glaube ich nicht. Und da in dieser Hinsicht für die Handelnden das Überleben der Wirtschaft wichtiger ist, als das Überleben des Planeten, werden wir meiner Meinung nach über kurz oder lang bald andere Probleme haben als die verdammten Finanzmärkte. Aber man wird ja sehen. Wir wollten ja in interessanten Zeiten leben.

powervomland melden

Reale Preise kommen garantiert! Lampert ist Visionär und Realist zugleich! In einem Land, wo Mo-Fr von 7-17 Uhr gearbeitet wird und jeder, der Mehrstunden macht, bemitleidet wird, werden auch die Landwirte bald nicht mehr jedes Wochenende, jeden Morgen und Abend im Stall stehen wollen. Damit werden zwangsweise größere Betriebe kommen, und die müssen real alle Kostenfaktoren einrechnen! Da hilfts nicht mehr, nur gerne Bauer zu sein, sondern wie man letztlich seine Mitarbeiter zahlen kann. Die derzeitigen Preise spez. für Fleisch sind schon lange nicht mehr kostendeckend und von Förderungen abhängig zu sein - das wollen die Bauern eigentlich nicht mehr. Ich möchte in meinem business auch nicht am Fördertropf hängen sondern reale Preise für unsere Leistung bekommen. Daher ziehe ich vor jedem Bauern meinen Hut!

pete53at melden

Re: Reale Preise kommen garantiert! vollkommen richtig... Leistung muss honoriert werden- und nur was einen Preis hat, hat auch einen Wert. Beim österreichischen Wein hat dieses System schon funktioniert. Und der Teil unserer Weinbauern, der das behirnt hat - so glaube ich - steht heute wirtschaftlich besser da als
die Nurmengenproduzenten.

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