So kaufen Sie
besser und billiger ein

Mit diesen Tipps sparen Sie beim Lebensmitteleinkauf Geld

Gesunde Lebensmittel kaufen und Geld sparen? Das muss kein Widerspruch sein. So kommen Sie gut und günstig durch den Supermarktdschungel.

von Einkaufen © Bild: Istockphoto.com/Steve Debenport

Sandra B. (Name von der Redaktion geändert) mag keine Großeinkäufe. Zwei bis drei Mal in der Woche muss sie aber in den Supermarkt. "Meist kaufe ich für vier Personen ein, manchmal aber nur für mich." Die 36-Jährige hat zwei kleine Buben, daher ist ihr nicht nur der Preis wichtig. "Ich achte auch darauf, dass die Produkte bio und regional sind."

Um zu sparen, hält sich die Wienerin meist streng an das, was sie vorher auf ihre Einkaufsliste geschrieben hat. "Das gelingt aber nicht immer", erzählt sie, "vor allem dann nicht, wenn die Buben dabei sind." Außerdem achtet sie auf Rabatte. Pro Einkauf gibt sie rund 25 Euro aus. "Aber mein Mann macht zusätzlich einen Großeinkauf in der Woche für etwa 50 Euro", ergänzt die Mittdreißigerin. Auf den Lebensmitteleinkauf entfällt ein großer Teil des Haushaltsbudgets vieler Österreicher. Umso mehr lohnt es sich, dort genauer hinzusehen. Mit ein paar Tricks lässt es sich günstiger einkaufen, ohne dabei auf die Qualität zu verzichten.

1. Nicht ohne Einkaufsliste

Alles beginnt mit einer guten Einkaufsliste. "Statt hungrig einkaufen zu gehen, sollte man lieber in Ruhe planen, was man die nächsten Tage kochen will", erklärt VKI-Ernährungsexpertin Birgit Beck. Denn wenn man sich keine Gedanken macht, wird es schnell teuer. Entweder, weil man am Ende viel wegschmeißen muss, oder weil man teure Einzelpackungen kauft. Damit Ersteres nicht passiert, ist es ratsam, einen Tag in der Woche nur fürs Restlverkochen einzuplanen, erklärt die Ernährungsexpertin Sasha Walleczek. Und wer weniger Zeit hat, kann am Wochenende schon vorkochen. Wenn man beispielsweise Reis günstiger in größeren Mengen gekauft hat, könne man ihn bereits für die nächsten Tage vorkochen und im Kühlschrank aufbewahren, sagt Walleczek: "Dann schmeißt man nur mehr Gemüse oder ein Filet in die Pfanne, und fertig ist das Gericht."

2. Immer Preise vergleichen

Preise vergleichen lohnt sich immer. "Denn Rabatte oder Kundenkarten-Goodies sagen noch nichts über den Preis aus", sagt VKI-Konsumexperte Walter Hager, "vielmehr ist es oft so, dass man dadurch einen Kontrollverlust erleidet, indem suggeriert wird, man kaufe ohnehin günstig ein." Im Supermarkt sollte man daher trotz Mitgliedskarte und Co. die einzelnen Produkte miteinander vergleichen. Außerdem sollte man nur die Mengen kaufen, die man realistischerweise verbrauchen wird. Wer ein Tiefkühlfach hat, kann zum Beispiel frisch gepflückte Erdbeeren vom Erdbeerland einfrieren und den ganzen Winter essen, sagt Walleczek. Ab dem Herbst komme man mit fermentiertem Gemüse wie selbst gemachtem Sauerkraut auch gut und günstig durch den Winter. In großen Mengen einzukaufen, kann unter Umständen deutlich billiger sein. Wer aber zum Beispiel kein Tiefkühlfach besitzt oder nur wenig Zeit zum Kochen hat, sollte am besten nur die Mengen einkaufen, die er auch verbrauchen wird.

3. Saisonal einkaufen

Saisonalität ist ein wichtiger Kostenfaktor. Im Jänner Kartoffeln, Kohl und Karotten, im Juli Brokkoli, Fenchel und Gurken - saisonales Gemüse ist meist billiger und auch gesünder. Was Fleisch angeht, sollte man darauf achten, dass es Bio-Fleisch ist, sagt Walleczek: "Wer lieber weniger oft, aber dafür Bio-Fleisch kauft, lebt gesünder und kommt günstiger davon." Außerdem gibt es Lebensmittel, die sehr günstig und sehr lange haltbar sind - etwa Hülsenfrüchte. "Mit Bohnen, Erbsen und Linsen lassen sich sehr billige und sehr gesunde Speisen kochen", sagt Walleczek. Aber: Es muss nicht alles bio sein, erklärt die Ernährungsexpertin. "Eine Zwiebel, die unter der Erde wächst, ist Spritzmitteln nicht so ausgesetzt wie beispielsweise Weintrauben. Daher kann man bei Zwiebeln durchaus etwas einsparen und bei den Weintrauben hingegen auf das Bio-Siegel achten."

4. Familie oder Single

Selber kochen ist Trumpf, auch für Singles. "Singles, die wenig Zeit haben, können anfangen, größere Portionen zu kochen", sagt Walleczek, "dann haben sie größere Packungen eingekauft, die unter Umständen günstiger sind, und ein Mittagessen für den nächsten Tag." Familien rät sie, am Wochenende Beilagen wie Bohnen oder Reis in größeren Packungen zu kaufen, zu kochen und unter der Woche dann zu konsumieren. Wer selbst kocht, kommt mit vergleichsweise günstigen Grundnahrungsmitteln im Supermarkt sehr gut davon. Sämtliche Tipps für qualitative Ernährung gibt es auf www. gesundheit.gv.at, dem Gesundheitsportal des Frauen- und Gesundheitsministeriums im Internet. Einfache und abwechslungsreiche Rezepte findet man auf der Beratungsseite von Walleczek, faustformel.com.

Günstig durchs Jahr

Saisonale Produkte sind billiger und gesünder - ein Überblick:

  • Jänner bis April: Erdäpfel, Äpfel, Karotten, Pastinaken, Sellerie, Rote Rüben
  • Mai bis Juli: Mangold, Karfiol, Spargel, Radieschen, Erdbeeren, Spinat
  • August bis September: Bohnen, Gurken, Fenchel, Paradeiser, Birnen, Zucchini, Rhabarber, Kirschen, Melanzani, Brombeeren, Kohlrabi
  • Oktober bis Dezember: Birnen, Quitten, Paprika, Rettich, Kohlsprossen, Kraut, Eisbergsalat, Schwarzwurzel, Kürbis, Endivien, Porree