Lebenslang für den Mord an der Freundin:
44-Jähriger wird in eine Anstalt eingewiesen

Richterin führt 'Brutalität & Scheußlichkeit' ins Treffen Beziehung im Zeichen von Gewalt und Prügelattacken

Lebenslang für den Mord an der Freundin:
44-Jähriger wird in eine Anstalt eingewiesen © Bild: APA/Hochmuth

Der 44-jährige Zeljko B., der am 19. September 2009 seine Freundin Gordana D. (43) in deren Wohnung in Wien-Brigittenau erstochen haben soll, ist im Straflandesgericht einstimmig wegen Mordes schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haft verurteilt worden. "Aufgrund der Brutalität und der besonderen Scheußlichkeit des Verbrechens konnte nur mit der Höchststrafe vorgegangen werden", meinte Richterin Birgit Schneider in der Urteilsbegründung.

Darüber hinaus wurde der Angeklagte in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Basis dafür war das Gutachten des Gerichtspsychiaters Heinrich Pfolz, der dem Mann eine hochgradige Persönlichkeitsstörung mit paranoid-schizoiden Zügen bescheinigt hatte. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Verteidiger Michael Bereis bat um Bedenkzeit.

Weil der Mann seine Straßenschuhe nicht ausgezogen hatte, war es in der neuen Wohnung der 43-Jährigen zu einem Streit gekommen. Zeljko B. griff schließlich zu einem Messer und stach dieses der Frau fünfmal in den Hals. Ihre Schwester entdeckte am nächsten Morgen die Leiche der Filialleiterin einer Parfümerie-Kette.

"Ich habe sie nicht absichtlich getötet", beteuerte der Angeklagte und behauptete, die Frau wäre zunächst mit dem Messer auf ihn losgegangen. Da habe er "eine Angst bekommen", ihr die Waffe entwunden und hingestochen.

Keine normale Beziehung
Der Kellner hatte die Frau 2005 kennengelernt. "Es war nicht das, was Sie als normale Beziehung bezeichnen würden", verriet der Staatsanwalt zu Beginn der Verhandlung den Geschworenen. Gewalttätigkeiten wären auf der Tagesordnung gestanden. Zeljko B. habe etwa an jenem Tag, an dem er vor hatte, die Freundin zu heiraten, diese "krankenhausreif geschlagen".

Obwohl die Hochzeit abberaumt werden musste, trennte sich die Mutter von zwei erwachsenen Söhnen nicht von ihrem Freund. Eines Tages attackierte er sie an ihrem Arbeitsplatz, wobei sie infolge der Schläge sogar das Bewusstsein verlor. Seiner Schwester soll er angekündigt haben, er werde Gordana "noch umbringen", weil er sie "nicht mehr aushalte".

"Böser Killer"?
Die 43-Jährige suchte sich schließlich eine neue Bleibe, brach vorübergehend den Kontakt ab, ließ Zjelko B. schließlich aber doch wieder in ihre Wohnung.

"Er ist nicht der böse Killer", betonte Verteidiger Michael Bereis. Er verlas gleich zu Beginn Passagen aus der polizeilichen Einvernahme seines Mandanten, wo dieser angegeben hatte, Gordana habe ihn "nervlich fertig gemacht" und ihn zum "Hampelmann" degradiert. Er habe das nicht mehr ertragen. Sie sei "wie eine Hexe gewesen", von der er sich nicht zu lösen vermochte. Immer wieder habe sie ihn beschimpft und provoziert. "Es war keine vorsätzliche Handlung, sondern ist aus Spontanität passiert", sagte der Anwalt.
(apa/red)