Lebenslänglich für Times Square-Bomber:
Ex-Pakistaner wollte Autobombe zünden

US-Bürger Faisal Shahzad hat bei Taliban trainiert Vereiteltes Attentat als Protest gegen Militäreinsätze

Lebenslänglich für Times Square-Bomber:
Ex-Pakistaner wollte Autobombe zünden © Bild: Reuters

Wegen des versuchten Bombenanschlags am Times Square in New York hat ein US-Gericht den Angeklagten Faisal Shahzad zu lebenslanger Haft verurteilt. Der US-Bürger pakistanischer Abstammung hatte gestanden, am 1. Mai aus Protest gegen die US-Militäreinsätze in muslimischen Ländern eine Autobombe deponiert zu haben. Nur das technische Versagen der Bombe hatte Blutvergießen verhindert.

Der 30-jährige Shahzad, der nach eigenen Worten Verbindungen zu den radikalislamischen Taliban in Pakistan hatte, zeigte nach der Urteilsverkündung keine Reue. Er reagierte mit Drohungen auf die Verurteilung. "Macht Euch gefasst darauf, dass der Krieg mit den Muslimen gerade erst begonnen hat", rief er im Gerichtssaal. "Die Niederlage der USA wird kommen." Shahzad skandierte außerdem "Allahu akbar" (arabisch für "Gott ist groß").

Im Verlauf des Verfahrens hatte sich Shahzad regelrecht mit der Tat gebrüstet. "Ich möchte mich hundertfach schuldig bekennen", sagte er im Juni vor Gericht. Sein Ziel sei gewesen, Passanten auf dem belebten Times Square im Herzen von New York zu töten. Mit dem Attentat habe er gegen die Militäreinsätze der USA im Irak, in Afghanistan und Pakistan protestieren wollen. Im vergangenen Jahr hatte Shahzad nach eigener Aussage in einem Trainingslager der radikalislamischen Taliban in Pakistan den Bombenbau gelernt.

Der Fall Shahzad hatte in den USA auch deshalb großes Aufsehen erregt, weil der geständige Täter unerkannt ein unauffälliges Leben in einem Vorort im Bundesstaat Connecticut geführt hatte. Shahzad wurde als Sohn eines Offiziers der Luftwaffe in Pakistan geboren, er kam mit 18 Jahren zum Studium in die USA. Dort erwarb er ein Diplom in Informatik, heiratete eine Pakistanerin und kaufte ein Eigenheim. Er arbeitete sechs Jahre lang in der Buchhaltung und in der Finanzabteilung eines US-Kosmetikunternehmens. Nachbarn und Kollegen gaben später an, sie hätten von seiner Radikalisierung nichts bemerkt.

(apa/red)