Lebens-Art von

Tetsch'n-Tanz ums Kind

Nadja Sarwat zur globalen Still-Debatte

Lebens-Art - Tetsch'n-Tanz ums Kind © Bild: Beigestellt

Am "Time"-Cover just zum Muttertag eine Mom mit Mumm in der Mutterbrust. Und einem knapp vierjährigen Stillkind dran. Sie löste einen weltumspannenden Erregungs-Tsunami aus, als hätte das ungenierte Weibsbild Muttermilch bis zur Matura propagiert. Die Busenfetischistin kontert mit Mutter Natur: Der Mensch ist doch auch nur ein Säuge-Muttertier! Und Stillen Nahrung für die Seele. Drum übe sich früh in wohliger Nähe, wer später groß, stark und unabhängig werden will.

Wie lange stillen? Darüber scheiden sich die Kleingeister. 2 Jahre+ nach WHO-Empfehlung oder nur die obligaten 2–6 Monate? Oder, ganz frech, solange Mutter und Kind wünschen? Egal. Sofern sie ihre Umwelt nicht damit belästigen. Ein blanker Busen in der Öffentlichkeit? Doch nicht, wenn ein Kind dranhängt. Selbst Porno-Hüpfdohle Dolly wirft was über, bevor sie übers "Dancing Stars"-Parkett trampelt.

Wer sich doch aus der Still-Ecke wagt, landet im Out. Obszönitäts-Alarm auch in Kärnten. Das Eldorado der Gelegenheits-Querulanz lieferte die Rustikal-Auslegung der Woche zur Kardinalfrage: Wie viel Nähe braucht ein Kind? FPK-Mannen orteten akuten Bedarf der Nachgeborenen an Reanimation einer ordentlichen Tetsch’n-Politik. Na prack! Das nennt man heftiges Zielgruppenkuscheln auf der Suche nach Nähe zum Wähler. Probiert's mal mit Chillen, Alt- und Landesväter des Südens.

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