Lebens-Art von

Schonzeit für Pirschlbären

Nadja Sarwat: Wie viel Exotik verträgt die Namensfindung?

Lebens-Art - Schonzeit für Pirschlbären © Bild: Beigestellt

Kürzlich bliesen einige Halblustige via Facebook zum Halali. Die multipel verbreitete Urban Legend – Kindergartenkind mit "Pirschlbär" vorstellig, per Nachfrage bei den Eltern als "Pierre-Gilbert" enttarnt – lud eigentlich zum Schmunzeln.

Die ausschlachtende Jagdgesellschaft aber, die sich mit Über(g)eifer auf den Dreikäseklein als pseudofranzösischen Problembären einschoss, war eher zum Weinen. In Zeiten akuten Geburtenschwunds wird die Kinds-Benamsung zur Staatsaffäre, eine Banalität, die böse enden kann. Wie weit die Hysterie um die Vornamen geht, zeigt eine aktuelle Studie. Nach der benoten Lehrer Kinder namens Kevin oder Jacqueline automatisch schlechter: Es gilt die Unterschichts-Vermutung.

Eine Web-Seite zum "Chantalismus" macht sich über exotische Namen her. Extra-überkandidelte Doppelnamen sollten Eltern vielleicht zweimal überdenken. Ex-ORF-Moderatorinnen-Tochter Wolke-Bonami wünscht man zur Einschulung den Beistand aller himmlischen Heerscharen. Dem nach Superman benannten Sohn von Nic Cage, Kal-El, bleibt wohl nur noch der Hollywood-Hauslehrer. Aber muss man diese Kinder doppelt zu Opfern machen? Lasst Kevin & Co doch in Ruhe! Der aktuelle Nachwuchs-Vandale in der Schule meiner Kids ist übrigens ein gewisser Valentino. Manchmal ist Toleranz wirklich echte Schwerarbeit.

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