Lebens-Art von

Promille auf der Piste

Monika Dlugokecki: Warum sich Alkohol und Skifahren nicht vertragen

Lebens-Art - Promille auf der Piste © Bild: NEWS

"Für eine Wienerin fährst aber ganz gut Ski", sagte mir einst ein Vorarlberger Freund. Ob Kompliment oder Sarkasmus: Runter komme ich jedenfalls. Obwohl ich mich frage, weshalb ich mir jedes Jahr den Stress antue. Der fängt schon beim Skiverleih an. Gestattet das fünfte Paar Skischuhe endlich Blutzufuhr ins Bein, folgt das nächste Folterinstrument: die Gondel.

Einige mögen es attraktiv finden, über Schluchten zu schaukeln – ich nicht. Mit Schnee unter den Skiern und Sonne im Gesicht weiß ich endlich, dass sich die Mühsal gelohnt hat – bis zum ersten Snowboarder, der nach einem "No-Brain-360-Tailgrap" auf mir zu landen droht. Also: Zuflucht in der Skihütte. Dort aber die Erkenntnis: Nicht nur Hungrige, vor allem Durstige kehren hier ein – ein Jägermeistervernichtungsunternehmen von Angst machender Dimension.

Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Entsorgungsanlagen nachher die gleiche Abfahrt wie ich nehmen werden. Womit diese Kolumne doch noch zum pädagogischen Punkt gelangt: Ja, ich bin für Pistensheriffs. Weil 2010 in Österreich 2.350 Wintersportler verunglückt sind. Die schwersten Unfälle passieren unter Einwirkung von Alkohol. Ich kann Komasäufer nicht an ihrer Selbstvernichtung hindern – Komaläufer aber gehören gestoppt. Nichts für ungut: Feiern gehört zum Skifahren dazu. Aber bitte erst im Tal. Es heißt auch Après-Ski. Und gegen Heimtorkeln hab ich ja nichts.