Lebens-Art von

Gute Geschäfte mit Pandemie-Angst

Axel Meister über die "Mechanismen" des Grippevirus

Bei Autounfällen sterben jedes Jahr in Österreich Hunderte Menschen. Trotzdem setzen sich jeden Tag die meisten von uns in der Früh wieder in ihren Wagen – ohne die geringste Angst vor dem Autofahren. Wenn aber, wie letztes Jahr, in der Boulevardpresse von neuen Opfern der Schweinegrippe berichtet wird, erstarrt ein ganzes Land in kollektiver Panik.

Den Geschäftemachern auf dem Jahrmarkt der Angst gelingt es Jahr für Jahr besser, Grippe als eine Bedrohung für die Welt zu dämonisieren – und abzucashen. Den Auftakt zu dem hinterlistigen Ränkespiel gibt die WHO, welche die längst antiquierten Pandemie-Warnstufen schneller hinaufschnellen lässt als Finanzminister illiquider Staaten den Mehrwertsteuersatz. Darüber lassen sich natürlich detailreiche Berichte von gerne selbst ernannten Krisenexperten verfassen, dicke Headlines zimmern und die Auflagen pushen.

Die Aussage, dass der terminale Kollaps nur mithilfe der Pharmafirmen zu verhindern sei, hat Roche genauso wie GlaxoSmithKline einen Aktienturbo in zweistelliger Prozenthöhe beschert. Und jüngst brachte US-Regisseur Steven Soderbergh mit dem angeblich wirklichkeitsnahen Pandemie-Thriller „Contagion“ flaue Kinokassen wieder zum Klingeln. Man darf Grippe, welche auch immer, nicht verharmlosen. Aber die wirkliche Pandemie ist die Angst vor ihr selbst!