Lebens-Art von

Der Milchbubi-Skandal

Wie viel Brust braucht ein Kind?

Lebens-Art - Der Milchbubi-Skandal © Bild: Beigestellt

Eine heroisch dreinblickende Mama. Eine dekorativ entblätterte Brust. Ein Kind, das versonnen an ihr nuckelt. Das Ganze am "Time"-Cover – und fertig war der Muttertagsskandal. Zumal das Milchbubi von Seite eins schon fast vier Jahre alt ist.

Der globale Kindergarten ist uneins wie selten zuvor: Wie lange dürfen/müssen Frauen stillen? Wie lange dürfen/müssen Kinder Muttermilch schlürfen? Werden vierjährige Milchsauger später zu Busenfetischisten? Und überhaupt: Wenn eine gottlose Mutti gleich von Geburt an das Flascherl bemüht, greift ihr Säugling dann später einmal, schwerst traumatisiert, selber zur Flasche? Und wenn wir schon dabei sind: Wenn ein Zehnjähriger noch im Bett der Eltern schläft, ist er dann mit zwanzig zumindest ein Sexualpsychopath?

Armeen von Erziehungsexperten werfen mit missionarischem Eifer und merkantilem Geschick Antworten aller Art auf den Markt. Und zwar auf Fragen, die zuvor keiner stellte. Wie lange man Babys früher stillte? Solange es der Mutter passend erschien. Wie lange ein Kind früher bei den Eltern im Bett übernachtete? So lange, bis es angstfrei in die eigenen Federn kroch. – So einfach könnte dass sein. Doch im Zeitalter der Hysterisierung zählen keine einfachen Antworten, bloß dogmatische.

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