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Die Brutalität der Islamisten:
Leben im IS-Kalifat

Wo die Dschihadisten herrschen, tun sie es mit eiserner Hand

Fakten - Die Brutalität der Islamisten:
Leben im IS-Kalifat © Bild: TAUSEEF MUSTAFA/AFP/Getty Images

Mit den blutigen Anschlägen von Paris hat der Islamische Staat (IS) seinen Anspruch, ein weitreichendes Kalifat zu errichten und sich dabei auch an allen blutig zu rächen, die ihn daran hindern wollen, ein weiteres Mal untermauert. Doch wie lebt es sich dort, wo der IS gesiegt hat? Wie das Beispiel der IS-„Hauptstadt“ Rakka zeigt: in erster Linie grausam.

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Seit 2013 befindet sich die Provinzhauptstadt am Euphrat bereits unter Kontrolle der Dschihadisten und dient ihnen seit geraumer Zeit auch als Verwaltungszentrum ihres „Kalifats“. Den Preis bezahlen wie so oft die Einwohner der Stadt. Und das sind viele: Hatte Rakka vor dem Beginn des Bürgerkriegs in Syrien geschätzte 280.000 Einwohner, stieg die Einwohnerzahl nach Kriegsbeginn durch Binnenflüchtlinge auf über eine Million. Wie viele jetzt noch in der Stadt verharren ist unklar, nicht aber, unter welch barbarischen Bedingungen sie leben müssen.

So müssen Frauen und Mädchen zu jeder Zeit schwarz tragen und bis auf die Augen verhüllt sein. Auch Fotos von unbedeckten Frauen sind verboten. Bewegen sie sich in der Öffentlichkeit, müssen sie immer von Männern begleitet werden. Das ist jedoch auch schon eine Ausnahme: In Cafes, Restaurants, Schulen und Universitäten herrscht strikte Geschlechtertrennung.

"Syrien" ausgelöscht

Nicht die einzige Neuerung in Schulen: Musik, Geschichte, Kunst und Sport werden nicht mehr unterrichtet, die Evolutionstheorie zu verbreiten, ist strengstens verboten. Nicht nur in der Schule, sondern in allen Büchern wurde das Wort „Syrien“ entfernt und durch „Islamischer Staat“ ersetzt.

Das Hören von Musik wurde vom IS generell unter Strafe gestellt, einzige Ausnahme sind religiöse Gesänge. Ebenso untersagt: Rauchen, Alkohol trinken und Fernsehen.

Nicht nur erlaubt, sondern vielmehr Pflicht ist demgegenüber Beten. Zu den Gebetszeiten zu Sonnenaufgang, zu Mittag, am Nachmittag, zu Sonnenuntergang und am Abend müssen alle Geschäfte schließen, alle Reisen unterbrochen werden und jeglicher Aufenthalt auf offener Straße ist verboten.

Das gilt jedoch klarerweise nur für Muslime. Christen ist öffentliches Beten ebenso untersagt wie das Tragen christlicher Symbole oder Glockenläuten. Zusätzlich müssen sie eine Kopfsteuer entrichten.

Drakonische Strafen

Bei jeglichen Verstößen gegen die Regeln des IS kommen drakonische körperliche Strafen bis hin zum Tod und dem öffentlichen Aufspießen der Köpfe der Enthaupteten zur Anwendung. Überwacht wird die Einhaltung der Regeln von der sogenannten Hisbah. Diese Religionspolizei patrouilliert Tag und Nacht schwerbewaffnet durch die Straßen und verbreitet Angst und Schrecken. Viele Menschen vermeiden deshalb wo es geht, ihre Häuser verlassen zu müssen. Den zentralen Platz der Stadt nennen sie mittlerweile Dschahim – Platz der Hölle. Dort bringen die IS-Schergen ihre Opfer hin, um sie hinzurichten.

Der Ruf der Menschenverachtung eilt dem IS schon seit langem voraus und nutzt der Terrororganisation natürlich. Schon so manche Schlacht, wie etwa die um die irakische Millionenstadt Mossul im vergangenen Jahr, entschieden die Dschihadisten für sich, weil ihre Gegner sich in Panik zurückzogen, sobald sie die schwarzen Flaggen erblickten. Und das trotz vielfacher Überlegenheit in Männern und Bewaffnung – ein entscheidender Vorteil des IS.

Kommentare

gustigusti melden

Der Alltag, wie hier beschrieben, sieht in Saudi Arabien genauso aus, minus dem Bombenregen. Trotzdem sitzt Saudi vertreten im UN-Menschenrechtsrat. Saudi und Menschenrechte, was für eine seltsame Kombination an Worten!
Unter Assad herrschte in Syrien Religionsfreiheit. Aber er ist ja so ein schlimmer Tyrann...

parteilos melden

Da haben sie recht, aber was steckt dahinter? Saudis arbeiten sehr eng mit den USA zusammen und leben sehr zurück gezogen. Aber, hält man sich dort an die Gesetze passiert einem auch nichts. Sie haben drakonische Strafen, aber man weiss im Vorfeld worauf man sich einlässt. Durch diese Kombination sind sie von den Gutmenschentum wie Ngos schwer anzuprangern. Zuckerbrot und Peitsche.

parteilos melden

Sie halten sich strikt an Gesetze und Vereinbarungen. Im Gegenzug hat Syrien die volle Religionsfreiheit gehabt. Sicher, auch dort hat es diese Linken Blocks gegeben die Politik machten. Diese bekämpfte er rigeros, aber ihm fehlten die Unterstützer auf westlicher Seite. Deswegen hatten die Kriegstreiber, diese Ngos, leichtes Spiel das Land zu destabilisieren.

parteilos melden

Aber es wird noch fantastischer werden. Radikale Menschen werden "Radikal" bleiben, eine Deradikalsierung ist erfolglos. Um das Land aber wieder sicher zu machen, bedarf es der kompletten Löschung der 25 000 IS Gesellschaft! Befreien Ja, da sind sich alle einig, aber was dann? Unterschreiben die NGOS auch die komplette ...... des Landes? Das kennen wir bereits aus der Geschichte. Also, was tun?

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