Lawrow im "profil"-Interview über Iran-Konflikt: "Da herrscht eine Art Paranoia"

Russen-Außenminister: Sollen Uran anreichern dürfen

In einem Interview in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" sieht Russlands Außenminister Sergej Lawrow die Schuld an den neuerdings gestörten Beziehungen zu den USA und Europa nicht bei der russischen Seite. Er diagnostiziert im Westen "eine Art Paranoia, die noch im Denken des Kalten Kriegs verharrt". Zu den europäischen Befürchtungen, Russland könnte Gaslieferungen als politisches Druckmittel einsetzen, wies er darauf hin, dass Russland bis heute immer - auch schon in der Sowjetzeit - verlässlich geliefert und nie "nie einen Vertrag gebrochen" habe. Und er fügte hinzu: "Wir als Lieferanten sind nicht so abhängig von Europa wie Sie als Abnehmer."

Zur Frage der internationalen Krise um die Nuklearambitionen des Iran bemerkte er: "Alles hängt vom Iran ab." Wenn aber die Krise beigelegt sei, "wird Russland nichts dagegen haben, wenn der Iran Uran zur friedlichen Nutzung anreichert" - unter der Kontrolle der Internationalen Atomenergieorganisation IAEA.

Eindeutig in Richtung der USA gerichtet, meinte Lawrow im "profil"-Interview: "Wenn ein Land seine Ideologie der Welt aufzwingen will und damit sagt: Entweder ihr seid mit uns oder auf der anderen Seite der Barrikaden, dann ist das Bullshit."

Sergej Lawrow hat den größten Teil seiner diplomatischen Karriere bei den UN in New York verbracht.

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