Retter vor dem Weißen Tod

Wie die Tiere jedes Jahr Verschüttete vor dem Erstickungstod retten, wie sie trainiert werden

von Lawinensuchhunde - Retter vor dem Weißen Tod © Bild: Erich Bretterbauer

Letztes Jahr sind laut Österreichischem Kuratorium für alpine Sicherheit 37 Personen bei Lawinenunfällen ums Leben gekommen. Und erst jüngst wurde die tagelange Suche nach einem 15-jährigen Burschen in Eis und Schnee erfolglos abgebrochen. Glücklicherweise gehen aber viele Unfälle glimpflich aus – dank des unermüdlichen Einsatzes von ganz speziellen „Bergrettern“: den Lawinensuchhunden.

Schwerarbeit in Eis und Schnee
Insgesamt 234 dieser speziell ausgebildeten Tiere sind in Österreich im Einsatz. Das Besondere: Lawinensuchhunde können Opfer bis zu einer Tiefe von zehn Metern im gepressten Schnee wahrnehmen. Je frischer und lockerer der Schnee, desto leichter werden die Geruchspartikel erkannt. Die Hunde haben gelernt, zu bellen, wenn sie etwas anzeigen wollen. Und sie fangen sofort zu graben an. Die Sucharbeit ist für die Tiere aber auch sehr anstrengend, sie müssen immer wieder Pausen einlegen und gelobt werden, da sie sonst die Freude an der Arbeit verlieren.

Dickes Fell, clever, treu
Die Ausbildung von Lawinensuchhunden dauert zumindest zwei Jahre. Da- nach folgen laufend Weiterbildungskurse und Trainingseinheiten. Heute nimmt man auch schon Welpen mit auf den Berg, damit sie das Verhalten ihrer erwachsenen Kameraden nachahmen.

Doch nicht jeder Hund ist automatisch ein erfolgreicher Lawinensuchhund. Die Tiere dürfen nicht zu groß und schwer sein, müssen ein dichtes Fell und einen ausgeprägten Such-, Spiel- und Beutetrieb haben. Als besonders geeignet haben sich Schäferrassen erwiesen. Wichtiges Kriterium, um ein erfolg- reicher Lawinensuchhund zu werden, ist neben der Absolvierung der speziellen Schulung das blinde Verstehen mit dem Herrl, also dem Hundeführer.

Und was machen die Hunde im Sommer? Dann werden sie als Vermisstensuchhunde eingesetzt. Ihr Job ist es, Menschen zu finden – das ganze Jahr über.

Lebensrettende Notfallausrüstung

1. Lawinenschaufel: Nur mit diesen speziellen Schaufeln lässt sich der steinharte Schnee durchbrechen.
2. Lawinensonde: Schlägt der Hund an, können mittels Sonde die Lage und die Verschüttungstiefe eruiert werden.
3. Lawinensuchgerät (LVS): Ein elektronisches Gerät zum raschen Auf-
finden Lawinenverschütteter.
4. Minisender für Hunde: Dieser Sender wurde zur Sicherheit von Hunden im Einsatz und auf Tour entwickelt.

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