Lebensgefahr von

Lawine: Was im
Notfall zu tun ist

Lebensgefahr - Lawine: Was im
Notfall zu tun ist © Bild: iStockphoto.com

Die Nachrichten von Lawinenopfern häufen sich. In weiten Teilen Österreichs herrscht derzeit erhebliche bis große Lawinengefahr. Wie Sie sich vor einer Lawine schützen können und was im Notfall zu tun ist.

"Gerade bei frischem Triebschnee sind die Übergangsbereiche von wenig zu viel Schnee sehr heikel. Genau dort besteht die größte Gefahr, Lawinen auszulösen", warnt Martin Edlinger, staatlich geprüfter Berg- und Skiführer und Leiter des Skitourenreferates der "Naturfreunde Österreich". Schon eine geringe Zusatzbelastung kann ein Schneebrett auslösen.

Genauer gesagt reicht bei der aktuellen Lawinengefahr bereits das Gewicht eines einzelnen Tourengehers aus, so Arno Studeregger, Lawinenexperte der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) und Leiter des Skitourenreferates der "Naturfreunde Österreich". Für Tourengeher und Freerider bedeutet das, wenn überhaupt, sehr behutsam und überlegt ins Gelände zu gehen.

Sicherheitstipps

1. Risikobewusste Tourenplanung: Das eigene Können sollte nicht über- und die potenzielle Gefahr keinesfalls unterschätzt werden. Berücksichtigen Sie bei der Planung der Skitour stets die aktuellen Schneeverhältnisse.

2. Auf dem Laufenden halten: Achten Sie darauf, dass Sie, was die Lawinengefahr betrifft, stets auf dem neuesten Stand der Dinge sind. Passen Sie Ihre Route, wenn notwendig, den Hangverhältnissen an. Auf "lawinen.at" können Sie sich über die aktuelle Lawinensituation informieren.

3. Richtige Ausrüstung: Führen Sie, wenn Sie den gesicherten Skiraum verlassen, stets die komplette Notfallausrüstung mit sich mit. Achten Sie darauf, dass sämtliche Utensilien intakt sind. Checken Sie das Lawinenverschüttetensuchgerät, bevor Sie die Tour antreten.

4. Richtige Handhabung: Um im Notfall richtig reagieren zu können, ist es wichtig, dass Sie den Umgang mit der Notfallausrüstung beherrschen. Hierfür ist Übung notwendig.

5. Gruppen bilden: Gehen Sie nicht alleine auf Skitour. Bilden Sie Kleingruppen.

6. Achtsam sein: Oft nimmt man nur das war, was man sich durch eine gewisse Erwartungshaltung bereits eingeprägt hat. Nehmen Sie Ihre Umgebung mit allen Sinnen wahr - und achten Sie auf offensichtliche Gefahrenzeichen wie Risse oder "Wumm"-Geräusche.

Notfallausrüstung

Diese Gegenstände sind, sobald Sie den gesicherten Skiraum verlassen, stets mitzuführen.

Beim Biwaksack handelt es sich um einen wind-, meist auch wasserdichten Sack, der beim Übernachten im Freien über den Schlafsack gezogen wird. Er soll vor Nässe und Kälte schützen. Darüber hinaus wird duch das Mitführen einen Lawinenairbags empfohlen. Er erhöht die Überlebenschance im Falle eines Lawinenunfalles erheblich.

Die ersten 15 Minuten zählen

Die ersten 15 Minuten nach dem Verschüttetwerden sind für das Opfer entscheidend. Innerhalb dieser Zeitspanne sind 80 bis 90 Prozent jener, die komplett verschüttet wurden, noch am Leben. Nach 35 Minuten sieht es leider schon anders aus. Zu diesem Zeitpunkt sind 60 Prozent bereits erstickt.

"Die größte Chance auf eine rasche Rettung hat ein Verschütteter, wenn möglichst viele Kameraden einer Gruppe nicht verschüttet wurden und diese eine effiziente Kameradenbergung als Teamwork beherrschen", so die "Naturfreunde". Im Ernstfall heißt es Ruhe bewahren, beobachten, koordiniert handeln und den Rettungsdienst alarmieren. Die Nummer des Euronotrufs lautet 112. Diesen kann man über jedes verfügbare Netz anrufen.

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