Laut Studie von

Sozialversicherung: Höhere Verwaltungskosten bei Unfallversicherungen

Die Unfallversicherungen weisen laut Sozialversicherungsstudie der "London School of Economics" (LSE) höhere Verwaltungskosten auf als andere Versicherungsträger. Darauf hat in der laufenden Diskussion um eine Strukturreform und Einsparungen bei der Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) der wirtschaftsliberale Thinktank Agenda Austria am Donnerstag hingewiesen.

Vergleicht man die Sozialversicherungen untereinander, so zeigten sich demnach im Bereich der Unfallversicherung deutlich höhere Verwaltungskosten. So fielen bei der AUVA knapp 7,1 Prozent der Gesamtkosten in den Bereich der Verwaltung, während es im Bereich der Krankenversicherung Werte zwischen 0,6 und 6,8 Prozent waren. Laut LSE-Studie können die Unterschiede in den Verwaltungskosten nur teilweise durch den höheren Aufwand bei den Fallbearbeitungen erklärt werden, hieß es seitens Agenda Austria. Die LSE-Studie über mögliche Reformen bei den Sozialversicherungsträgern wurde noch unter dem früheren Sozial- und Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) in Auftrag gegeben.

Einführung einer Versicherungspflicht für Unternehmen?

Eine generelle Diskussion darüber, ob man die Unfallversicherung nicht effizienter gestalten kann, sei deshalb laut Agenda Austria durchaus angebracht. "Beispielsweise könnte man über die Einführung einer Versicherungspflicht für Unternehmen nachdenken, die ihre Mitarbeiter verpflichtend gegen Unfälle versichern müssten", sagte Agenda Austria-Ökonom Michael Christl. Die Pflichtversicherung würde damit durch eine Versicherungspflicht abgelöst.

Bonus-Malus-System in der Schweiz

Ein ähnliches System gibt es laut dem Thinktank bereits in der Schweiz. Dort seien knapp zwei Drittel der Arbeitnehmer in der Pflichtversicherung versichert. Das restliche Drittel unterliegt der Versicherungspflicht, Schweizer Arbeitgeber können also die Unfallversicherung für ihre Mitarbeiter frei wählen. In der Schweiz gibt es bei der Pflichtversicherung darüber hinaus ein Bonus-Malus-System. Arbeitgeber, bei denen es verhältnismäßig viele Versicherungsfälle gibt, müssen einen höheren Beitrag in die Versicherung einbezahlen. Arbeitgeber, bei denen es weniger sind, zahlen weniger.

"Eine Versicherungspflicht hätte den Vorteil, dass Unternehmen mit hohem Unfallrisiko bzw. hohen Fällen an Berufskrankheiten auch höhere Beiträge zahlen müssten. Die Unternehmen hätten also zusätzlich einen finanziellen Anreiz, sich um die Gesundheit der Mitarbeiter zu sorgen", so Christl.

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