Lauda Air-Absturz in Thailand jährt sich zum 15. Mal: 223 Menschen finden des Tod

Bisher schwerstes Unglück in Österreichs Geschichte Ursache: Defekte Schubumkehr am linken Triebwerk

Beim bisher schwersten Unglück in der Geschichte der österreichischen Luftfahrt sind vor fünfzehn Jahren, am 26. Mai 1991, alle 223 Passagiere an Bord der Lauda Air Boeing 767-300 "Mozart" ums Leben gekommen. Ein Fehler in der Hydraulik hatte das Unglück verursacht.

Lauda Air-Absturz in Thailand jährt sich zum 15. Mal: 223 Menschen finden des Tod

Als Auslöser des Absturzes wurde später eine defekte Schubumkehr am linken Triebwerk ermittelt. Die Schubumkehr - ein "verkehrter" Antrieb - dient zum Abbremsen des Flugzeugs nach der Landung. Hierbei wirken die Triebwerke in entgegengesetzter Weise. Durch das Ausfahren des "Bremsschubs" während des Steigflugs wurde die Maschine unsteuerbar, kam in extremen Sinkflug und brach auseinander. Ausgefahren wurde die Schubumkehr durch ein falsch konstruiertes hydraulisches Ventil. Als Konsequenz änderte Boeing später die Konstruktion.

Die Piloten hatten keine Chance, das Unglück zu verhindern. Aus den Aufzeichnungen des Voice Recorders ging hervor, dass Kapitän und Co-Pilot noch versuchten, die Probleme unter Kontrolle zu bekommen.

Piloten ohne Chance, Absturz zu verhindern
Das Unglück 1991 in Thailand war das dritte schwere, von dem ein österreichisches Verkehrsflugzeug betroffen war: Am 26. September 1960 hatte der Absturz einer "Vickers-Viscount"-Turboprop-Maschine der AUA beim Landeanflug auf den Moskauer Flughafen Scheremetjewo 31 Tote gefordert. Schuld war damals eine falsche Höhenmesser-Einstellung. Am 23. September 1989 war eine mit elf Personen besetzte "Commander AC 90" der Rheintal-Flug beim Landeanflug auf den Flughafen Altenrhein am schweizerischen Ufer des Bodensees bei dichtem Nebel in das Gewässer gestürzt. Dabei kam auch der damalige Sozialminister Alfred Dallinger (S) ums Leben.

Auch der Lauda Air-Absturz forderte einen prominenten Toten. Bei dem Unglück vor fünfzehn Jahren kam der Innsbrucker Wirtschaftswissenschafter Univ.-Prof. Clemens August Andreae ums Leben. Von den 223 Menschen an Bord - unter ihnen zehn Besatzungsmitglieder - waren 89 Österreicher gewesen. Die anderen Passagiere stammten unter anderem aus Hongkong, Thailand, China, aus Deutschland und der Schweiz. Die "Mozart" war in Hongkong gestartet und in Bangkok zwischengelandet, der Zielflughafen war Wien-Schwechat.
(apa)