Lassing-Gedenktag nur für Angehörige der Opfer: Andacht von Medien gut abgeschirmt

Öffentliches Interesse am Unglück neu aufgeflammt Gedenkgottesdienst nach dem zehnten Jahrestag

Lassing-Gedenktag nur für Angehörige der Opfer: Andacht von Medien gut abgeschirmt © Bild: APA/Wehap

Vor dem zehnten Jahrestag des Grubenunglücks ist das öffentliche Interesse an Lassing wieder aufgeflammt. Dem wollten sich die Angehörigen der zehn ums Leben gekommenen Bergleute nicht mehr so ungeschützt aussetzen wie damals, als verkaufte Interviews und Gerüchte um die Spendenverteilung für einen Riss durch die schwergeprüfte obersteirische Gemeinde sorgten. So wird es nun nur eine gemeinsame Presseerklärung und einen Gedenkgottesdienst am 20. Juli geben.

Der Gedenkgottesdienst sei bewusst vom Unglücksdatum weggelegt worden. "Der 17. Juli ist den Angehörigen nicht zumutbar, da wollen die Familien für sich selbst sein", erklärte Bürgermeister Fritz Stangl, der im Vorfeld versucht hat, die Aktivitäten rund um den Jahrestag zu koordinieren, wenngleich er sich dabei bemühte, "nicht als Gschaftlhuber" darzustehen. Die Messe wird von Pfarrer Andreas Fischer und seinem Vorgänger Paul Scheichenberger, 1998 Pfarrer von Lassing, gehalten. "Eine schlichte Feier, wie es sich die Angehörigen wünschen" ist laut Fischer geplant.

Angelobungsfeier findet statt
Als weitere Referenz gegenüber den Toten soll eine Angelobungsfeier am 3. Oktober verstanden werden. Dabei soll, so Stangl, "der Verunglückten, die ja alle ihren Eid abgeleistet haben, öffentlich gedacht werden".

Mit Medienberater gewappnet
Gegenüber Medienanfragen, die im Vorfeld schon recht dicht waren, hat man sich mittels Engagement eines professionellen Medienberaters gewappnet. Geplant ist, so Stangl, um den 25. Juni eine gemeinsame Presseerklärung zu veröffentlichen und darüber hinaus keinen individuellen Interviewwünschen nachzukommen. Mit schlechten Erfahrungen, "insbesondere dem Terror ausländischer Medien", blockt auch Karl Bretterebner ab. Der Retter sei dem einzigen Überlebenden im Wort, wen überhaupt, nur mit ihm gemeinsam an die Öffentlichkeit zu treten: "Und er ist dazu nicht bereit."

Georg Hainzl, heute 34 Jahre alt und bei der Straßenmeisterei Liezen beschäftigt, ist bald nach der Katastrophe zurück in den Ort gezogen, hat ein Haus gebaut und lebt heute dort mit Lebensgefährtin und zwei Kindern.

(apa/red)