LASK schoss die Admira mit 3:1 aus der Bundesliga

Nach elf Jahren Bundesliga ist die Enttäuschung bei der Admira groß

von LASK schoss die Admira mit 3:1 aus der Bundesliga © Bild: APA/APA/EXPA/REINHARD EISENBAUER/EXPA/REINHARD EISENBAUER

Die Admira muss nach elf Jahren Fußball-Bundesliga den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Die Mannschaft von Trainer Andreas Herzog verlor am Freitagabend den Qualifikationsgruppen-Showdown in Pasching gegen den LASK mit 1:3 (0:3) und rutschte aufgrund des 2:1-(1:0)-Heimsieges des bisherigen Ligaschlusslichts Altach gegen Wattens am letzten Spieltag auf den Abstiegsplatz. Hartberg und Ried schafften im dritten Duell des Tages mit 1:1 den Klassenerhalt.

Bei hochsommerlichen Temperaturen übernahmen die Linzer Gastgeber sofort das Kommando gegen tief stehende Südstädter, die erste gute Chance hatten aber die Gäste. Mustapha ließ nach einem Vodhanel-Pass Gegenspieler Rene Renner aussteigen, sein Schuss wurde allerdings in letzter Sekunde abgeblockt (10.). Auf der Gegenseite näherte sich der LASK dem Admira-Gehäuse mit einem harmlosen Hong-Schuss an (13.). Keine 60 Sekunden später ging der LASK verdient in Führung: Renner steckte auf Balic durch, der trotz der Hitze das Leder eiskalt im rechten unteren Eck versenkte.

Husein Balic (14., 19.) und Thomas Goiginger (33.) brachten den LASK bereits in der ersten Halbzeit uneinholbar in Führung. Es blieb bei einem Gegentor von Leonardo Lukacevic (56.) in der zweiten Halbzeit und einem 3:1 Endstand. Neo-Coach Dietmar Kühbauer gelang nach zwei Remis somit der erste volle Erfolg als Coach der Linzer Athletiker. Der Premierensieg kegelte zugleich die Admira aus der Liga. Die Südstädter waren im Jahr 2011 mit Kühbauer als Trainer ins Liga-Oberhaus aufgestiegen. Nun ist der 51-Jährige mitverantwortlich, dass die Herzog-Truppe künftig fußballerisch kleinere Semmeln backen muss. Die Linzer wiederum erreichten das Halbfinale des Europacup-Play-offs gegen die WSG Tirol.

Der SCR Altach bleibt der Fußball-Bundesliga erhalten. Die Vorarlberger holten in der letzten Runde der Qualifikationsgruppe am Freitagabend mit einem 2:1 (1:0) gegen die WSG Tirol den "Muss-Sieg" und ließen das Tabellenende damit hinter sich. Die Wattener waren bereits vor dem Spiel als Sieger der Quali-Gruppe festgestanden. Die Ausgangslage vor Anpfiff war also klar: Altach benötigte einen Sieg, um den Klassenverbleib aus eigener Kraft zu bewerkstelligen. Die WSG blickte schon auf das Halbfinale des Europacup-Play-offs am kommenden Montag voraus. Trainer Thomas Silberberger richtete seine Elf bei Temperaturen von über 30 Grad mit sieben Veränderungen im Vergleich zur Vorwoche unverblümt darauf aus. Magnin hatte keinen Anlass zur Veränderung. Einzig Stefan Haudum begann anstelle von Gianluca Gaudino, nachdem der Deutsche unter der Woche erkrankt war.

Ein frühes Eigentor von Justin Forst (3.) bescherte der Elf von Trainer Ludovic Magnin vor ausverkauftem Haus mit über 8.000 Zuschauern einen Traumstart. Felix Strauss (53.) legte nach, nach Gelb-Rot für Altachs Bakary Nimaga (68.) kam jedoch Spannung auf. Giacomo Vrioni (73.) mit seinem 17. Saisontor ließ die Altacher noch zittern. Nach fünfminütiger Nachspielzeit war es aber Gewissheit, dass in der kommenden Saison zwei Vorarlberger Vertreter im Oberhaus zu sehen sein werden. Austria Lustenau hat in der 2. Liga den Aufstieg geschafft.

Freuen können sich auch der TSV Hartberg und die SV Ried. Beide Teams haben den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga geschafft. Die Steirer und die Innviertler trennten sich am Freitagabend im 10. und letzten Spiel der Qualifikationsgruppe vor 3.730 Zuschauern in der Profertil Arena mit 1:1 und sind damit auch 2022/23 im Oberhaus vertreten. Die Rieder gingen punktgleich vor dem Vorletzten Hartberg über die Ziellinie. Die einen Zähler dahinter liegende Admira muss den schweren Gang in die 2. Liga antreten.

Die Hartberger gingen durch den in die Startformation gerutschten Donis Avdijaj schon in der fünften Minute voran. "Joker" Seifedin Chabbi (71.) bewahrte die Gäste noch vor einer Niederlage und sorgte dafür, dass Ried auch im achten Bundesligaduell mit Hartberg ungeschlagen blieb. Es war aber zu wenig, um das Europacup-Play-off-Halbfinale der Liga noch zu erreichen, den zweiten Platz im "unteren Play-off" sicherte sich der LASK. Trotzdem jubelten am Ende beide Trainer. Sowohl Hartbergs Klaus Schmidt als auch Rieds Christian Heinle waren erst spät in der Saison eingesetzt worden, um die Liga zu halten.

Heinle setzte auf jene Truppe, die zuletzt im Derby gegen den LASK ein 1:1 erkämpft hatte. Die Hartberger mussten auf Stammgoalie Rene Swete aufgrund eines grippalen Infektes verzichten, Jürgen Heil stand hingegen trotz des Verdachtes eines Kreuzbandeinrisses im Knie auf dem Platz. Dort starteten die Heimischen furios. Der als einer von drei Neuen in die Startformation gerutschte Avdijaj verschaffte sich im Strafraum mit einem Haken den nötigen Platz und verwertete eiskalt.

Heil wäre beinahe noch der Siegtreffer für Hartberg geglückt, er schoss drüber (83.). Zudem wurde ein Gragger-Eigentor wegen einer Avdijaj-Abseitsstellung zurecht nicht anerkannt (87.). Damit endete auch das vierte direkte Bundesliga-Duell in der Steiermark mit einem 1:1. Ärger über einen verpassten Sieg gab es am Ende keine, auch beide Fanlager konnten bei Freibier im letzten Saison-Heimspiel den Abend erfreut ausklingen lassen.