Larsson sagt zum Abschied leise Servus:
Schwedens Sturmidol hört vermutlich auf

36-Jähriger machte 36 Tore in 98 Länderspielen Je drei Teilnahmen bei WM- und EM-Endrunden

Larsson sagt zum Abschied leise Servus:
Schwedens Sturmidol hört vermutlich auf © Bild: Reuters/Maffi

Die 0:2-Niederlage der Schweden gegen Russland bedeutete für einen der ganz Großen des europäischen und skandinavischen Fußballs den Abschied von der internationalen Fußball-Bühne. Das letzte Spiel der Gruppe D war für Henrik Larsson wohl auch sein letztes Spiel im blau-gelben Nationaldress. Zwei Mal hatte der 36-Jährige schon seinen Team-Rücktritt erklärt, für die EURO wurde er von Schwedens Teamchef Lars Lagerbäck noch ein letztes Mal reaktiviert.

In seiner Heimat herrschte große Freude, dass "Henke" sich noch einmal zu einem Auftritt auf der großen Fußball-Bühne hatte überreden lassen. Wesentlichen Anteil daran hatte Larssons Sohn Jordan, der seinen Papa unbedingt noch einmal im Nationalteam sehen wollte. Auch Stürmer Zlatan Ibrahimovic hatte vor der EURO explizit erklärt, dass er unbedingt neben Larsson stürmen wolle. "Als ich meinen Team-Rücktritt bekanntgab, dachte ich nicht, dass ich weiterhin auf so einem hohen Level Fußball spielen kann", sagte der Schwede im Vorfeld des Turniers.

Lediglich der "100er" blieb Larsson durch die Niederlage gegen Russland verwehrt. Der 1,78 m große Stürmer, dessen Vater aus der afrikanischen Insel-Republik Kapverde stammt, brachte es - vorausgesetzt es gibt nicht noch einen dritten Rücktritt vom Rücktritt - auf 98 Länderspiele, in denen er insgesamt 36 Tore erzielte. Jeweils dreimal nahm er an Welt- (1994, 2002 und 2006) und Europameisterschaften (2000, 2004, 2008) teil und hatte maßgeblichen Anteil am dritten WM-Platz 1994 in den USA.

Karriereausklang bei Helsingborgs IF
Larsson begann seine Karriere in Schweden bei Högaborgs BK und wechselte dann zu Helsingborgs IF, wo er nun seine aktive Karriere ausklingen lässt. Von 1993 bis 1997 stürmte der Schwede für Feyenoord Rotterdam, ehe er zu Celtic Glasgow wechselte. Von 2004 bis 2006 stand er dann beim FC Barcelona unter Vertrag.

In Spanien war Larsson zwar meistens nur Ersatzspieler, im Champions-League-Finale 2006 in Paris wurde er aber zum Matchwinner: "Barca" lag gegen Arsenal schon 0:1 hinten, als Larsson in der 61. Minute eingewechselt wurde. Dem "Joker" gelangen zwei Vorlagen, die noch zum 2:1-Sieg der Katalanen führten. Insgesamt 52 Tore erzielte der Stürmer in Europacup-Bewerben. 2001 gewann er mit 35 Toren in 37 Spielen den Goldenen Schuh als bester Torschütze Europas.

"König der schwedischen Fußballgeschichte"
Auch viele Ehrungen sammelte der dunkelhäutige Schwede im Laufe seiner mittlerweile schon zwei Jahrzehnte dauernden Profikarriere. In seinem Heimatland wurde der Stürmer 2005 zum besten Spieler der vergangenen 50 Jahre gewählt und als "König der schwedischen Fußballgeschichte" geadelt. 1998 und 2004 wurde er in seiner Heimat zum Fußballer des Jahres gewählt. Für seine großen Verdienste um Celtic Glasgow erhielt der Schwede 2006 die Auszeichnung "Member of the British Empire", nachdem er zuvor zweimal zu Schottlands Spieler des Jahres (1999 und 2001) gewählt worden war.

Hintertüchen bleibt offen
Ganz endgültig ist der Rücktritt von Henrik Larsson auch diesmal nicht. Nach dem Ausscheiden der Schweden hielt sich der Stürmer die Tür einen Spalt weit offen. Wenn man ihn weiter benötige, wolle er sich nicht verweigern. Freilich ist Larsson bereits 36 und im schwedischen Team steht ein Umbruch an.
(apa/red)

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