Langjähriger VfGH-Präsident Antoniolli tot: Von '58 bis '77 an Spitze des Gerichtshofs

Trat vor Erreichen der Altershöchstgrenze zurück

Der langjährige Präsident des Verfassungsgerichtshofes, Walter Antoniolli, ist im 99. Lebensjahr gestorben. Antoniolli stand von 1958 bis 1977 an der Spitze des Gerichtshofes. VfGH-Präsident Karl Korinek würdigte ihn als "Persönlichkeit, die besonders um die wissenschaftliche Fundierung ihrer Arbeit bemüht war".

Antoniolli war bisher der einzige Präsident, der - knapp - vor Erreichen der Altersgrenze von 70 Jahren zurückgetreten ist, weil er die positive Entscheidung zum Universitätsorganisationsgesetz Hertha Firnbergs (S) nicht mittragen wollte. Bekannt ist der am 30. Dezember 1907 in Mistelbach geborene Staats- und Verfassungsrechtler auch den Jus-Studenten, als Verfasser des Standardwerks "Allgemeines Verwaltungsrecht", das später von Friedrich Koja überarbeitet wurde. Antoniolli lehrte öffentliches Recht in Innsbruck und Wien.

VfGH-Mitglied wurde Antoniolli 1951, Präsident im Februar 1958. Der jetzige Präsident Korinek strich in einer ersten Würdigung nach dem Ableben Antoniollis die "Klarheit seiner Gedanken und seiner Sprache" hervor.

Bundespräsident Heinz Fischer würdigte den verstorbenen Walter Antoniolli als "äußerst verdienstvollen Präsidenten des Verfassungsgerichtshofes". In einer Aussendung nannte Fischer Antoniolli "einen scharfsinnigen Juristen und eine überaus integre und sachkundige Persönlichkeit, deren Bescheidenheit und Zurückhaltung beispielgebend" gewesen sei. (apa/red)