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Langjährige Nummer eins der
Mafia Toto Riina gestorben

Gesundheitsminister erlaubte noch Besuch seiner Familie - Riina soll für 150 Morde verantwortlich sein

Die langjährige Nummer eins der Mafia, Toto Riina, ist in der Nacht auf Freitag gestorben. Der Mafia-Pate, der am Donnerstag 87 Jahr alt geworden ist, lag nach zwei Operationen seit fünf Tagen im künstlichen Koma. Er litt an Krebs. Der italienische Gesundheitsminister Andrea Orlando erlaubte seiner Familie, Riina im Gefängnistrakt eines Krankenhauses in Parma zu besuchen, um Abschied zu nehmen.

Dem seit 1993 inhaftierten Mafioso war es normalerweise untersagt, Besuch zu empfangen. Riina trug den Spitznamen "Die Bestie" und steckte in den 1980-er und 1990-er Jahren hinter vielen der bekanntesten Mafiamorde des Landes. Er wurde 1993 nach zwanzigjähriger Flucht gefasst und zu 13 Mal lebenslanger Haft verurteilt. Ein im Sommer eingereichter Antrag auf Freilassung aus Gesundheitsgründen hatte in Italien einen Aufschrei der Empörung ausgelöst und war abgelehnt worden.

Der frühere Mafia-Boss soll die in den 1990er-Jahren verübten Morde an den Antimafia-Richtern Giovanni Falcone und Paolo Borsellino in Auftrag gegeben haben. Zudem wird Riina für die Bombenanschläge in Rom, Florenz und Mailand im Jahr 1993 verantwortlich gemacht. Insgesamt sollen 150 Morde auf sein Konto gehen.

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