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Langer
Abschied

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Abschied © Bild: APA/Techt

Setzt er seine Karriere fort oder nicht? Das Warten auf Marcel Hirschers Antwort nahm Dimensionen eines Krimis an. Zwei ORF-Ski-Experten und ein Sportpsychologe analysieren, warum der Skiheld bei der Entscheidungsfindung so viel Zeit liegen ließ

Der 30-jährige zweifache Olympiasieger, siebenfache Weltmeister, Sieger in 67 Weltcuprennen und achtmalige Gesamtweltcupsieger in Serie hatte es sich nicht leicht gemacht, die Rennski in den Keller zu stellen. Heuer hat er sich besonders viel Zeit gelassen, seine Entscheidung öffentlich kundzutun. Eigentlich wollte er ja Anfang August bei einer Pressekonferenz in Golling verraten, was er in Zukunft zu tun gedenke, sagte aber via Mail den Auftritt mit der Bitte um Bedenkzeit wieder ab. "Das Warten auf seine Entscheidung hat ja schon Tradition", stellt der ORF-Ski-Experte Armin Assinger fest. Er kennt Hirscher seit vielen Jahren, fachsimpelt mit ihm oft bei Großereignissen und führte in der vergangenen Saison zur Untermauerung seiner Behauptung kurz und bündig an: "Diesmal hat's besonders lang gedauert." Damals vermeldete Hirscher zunächst: "Bevor ich mich zu hundert Prozent dafür entscheide, weiterzufahren, muss ich noch einige Rahmenbedingungen klären." Auch wenn er diese nie nannte, wurde es zu seinem Lieblingsstatement in Sachen Zukunft. Und Hirscher fuhr natürlich weiter.

Hochzeit und Nachwuchs

Hirscher, der im Vorjahr seine Langzeitliebe Laura geheiratet hatte und zudem Vater geworden war, ließ schon damals wissen: Die Geburt seines Sohnes habe ihm gezeigt, dass "Blau und Rot nicht das Wichtigste im Leben" wären - womit er auf die Farben der Slalomstangen anspielte. Doch Hirscher trainierte wie ein Besessener weiter (Lieblingsübung: einbeinige Kniebeugen mit 30-Kilo-Hantel über dem Kopf) und schloss die abgelaufene Saison mit 15 Podestplätzen (davon neun Siege) in 22 Rennen ab. Allerdings machten ihm zwei Athleten bisweilen mehr zu schaffen, als ihm lieb war: im Riesenslalom Franzose Alexis Pinturault und Norweger Henrik Kristoffersen im Slalom. Eine unliebsame Situation, die ihn, den "Tüftler und Getriebenen"(Assinger), noch länger und intensiver überlegen ließ, glaubt Sportpsychologe Alex Pfeifer: "Vielleicht hat er heuer festgestellt, dass der Trainingsaufwand größer und härter werden würde."

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