Landwirtschaft von

Getreideernte gestiegen

Menge liegt um zehn Prozent über dem Vorjahr, trotzdem nicht mehr Ertrag

Ernte auf einem Gerstenfeld. © Bild: APA/dpa

Rund 80 Prozent der Getreideernte Österreichs sind in den Silos und die Bauern können mit der Menge, die um knapp 10 Prozent auf 3,22 Mio. Tonnen steigt, zufrieden sein. Bei einer Pressekonferenz der Agrarmarkt Austria (AMA) heute hieß es aber, dass die Preise wegen einer weltweit weiter steigenden Ernte tief sind und die Bauern daher im Vergleich zum Vorjahr nicht mehr verdienen würden.

Eine große Rolle dabei, wie gut die Landwirte finanziell aussteigen, dürften heuer die stärker auseinandergehenden Preise für unterschiedliche Qualitätsklassen spielen, erwartete AMA-Vorstandschef Günter Griesmayr. Insgesamt sanken die Börsennotierungen zuletzt, was einen Wermutstropfen darstelle. Tendenziell seien die Qualitäten durchwegs gut, beim Weizen sei aber weniger Qualitätsweizen und mehr Mahl- und Futterweizen zu erwarten. "Teller und Tank, alles ist voll bedienbar."

AMA-Chef "sehr zufrieden"

"Sehr zufrieden", zeigte sich auch AMA-Verwaltungsratschef Stefan Hautzinger über die Entwicklung der Bestände, die man im Frühjahr so noch nicht erwarten haben könne. Er schätzte beim Weizen, dass dieser zu 20 Prozent Premiumweizen werde, zu weiteren 20 Prozent Qualitätsweizen und zu 40 Prozent Mahl- und Futterweizen. "Da ist ein kleiner Wettbewerbsvorteil möglich, alle Abnehmer sind bedienbar." Etwa zwei Drittel der Gesamtmenge würden vermahlen oder zu Futter verarbeitet werden, ein Drittel gehe in die industrielle Verwertung. Der Futteranteil alleine macht die Hälfte der Weizenmenge aus.

Der Leitindikator Weizen wird an der Pariser Getreidebörse aktuell mit rund 175 Euro pro Tonne gehandelt. Insgesamt liegen die Getreidepreise wegen der hohen weltweiten Lagervorräte, die tendenziell weiter steigen und guter Ernteaussichten derzeit rund 40 Prozent unter den Höchstständen der vergangenen zwei Jahre, erklärte Christian Gessl, AMA-Abteilungsleiter Marktordnungen, Markt- & Preisberichte.

Trotz der auch im langjährigen Schnitt um rund zehn Prozent höheren Getreideernte wird aber mehr importiert werden als exportiert - um rund 200.000 Tonnen. Das sei aber gar kein Wertschöpfungsverlust, denn man erlöse mit den Exporten trotzdem monetär einen Handelsüberschuss in Höhe von rund 50 Mio. Euro.

Rekordernte bei Mais erwartet

Das Fazit der AMA-Verantwortlichen insgesamt: Trotz wetterbedingter Herausforderungen für die Kulturführung und einigen Turbulenzen auch wegen Schädlingsdrucks vor allem bei Biobauern gibt es heuer ein Ernte-Happy-End. Denn die momentane Feuchte wirke sich auf die Herbsternten Mais und Soja "bestens" aus. Die Schätzung für Mais geht in Richtung einer fast 30-prozentigen Erntesteigerung gegenüber 2013 - das wären dann 2,12 Mio. Tonnen Kukuruz.

Die Welternte dürfte heuer ähnlich hoch ausfallen, wie im vergangenen Jahr, erklärte Gessl weiter. Da der Verbrauch nur moderat steige, sei mit einem weiteren Aufbau der Lagerbestände zu rechnen.

Getreideernte 2014.
© APA/Martin Hirsch

Kommentare

christian95 melden

Großbauern im Flachland kassieren bis zu 130.000 Förderungen im Jahr. Das sind über 10.000 netto im Monat!!!! Von solcher Großzügigkeit können Arbeitslose mnur träumen. Die ÖVP schaut halt auf ihre Wählergruppen.

christian95 melden

90% der Bauern zahlen im Jahr unter € 1.000 Steuern! So viel zahlt ein Arbeitnehmer im Monat.

Seite 1 von 1