Landtagswahlen 2013 von

Erste Stronach-Schlappe

Tirol: Fünf-Prozent-Hürde verfehlt. Flügelkämpfe kosteten den Landtags-Einzug.

LANDTAGSWAHL 2013: STRONACH BEI WAHLWERBUNG © Bild: APA/Gindl

Der bisher erfolgsverwöhnte Parteigründer Frank Stronach musste - nach den Wahlsiegen in Kärnten und Niederösterreich Anfang März - am Sonntag seine erste Schlappe verdauen. Bei der Tirol-Wahl scheiterte sein Team an der Fünf-Prozent-Hürde. Der Grund waren Flügelkämpfe: Drei Gruppen stritten, wer die Kandidatenliste einreichen darf. Stronach persönlich gab zwar Hans-Peter Mayr - zu dessen Gunsten die Wahlbehörde entschied - nach scharfen Querschüssen aus der Bundespartei letztlich doch den Segen. Aber auch das half nicht.

Der 37-jährige Jurist schaffte es nicht mehr, das Ruder herumzureißen. Dabei war es in den Umfragen zunächst eigentlich keine Frage, dass das Team in Tirol seinen dritten Landtag erobern wird. Dann aber lieferte die Tiroler Partei ein Tohuwabohu: Zunächst ging Teamkoordinator Alois Wechselberger nach - von ihm dementierten - Vorwürfen, er stehe hinter einer rechten Hetz-Homepage. Sowohl der Tischler Walter Jenewein als auch die Telfser Arzthelferin Sonja Ulmer präsentierten sich selbst als Spitzenkandidaten, Mayr reichte aber als erster von den Dreien eine Landesliste ein - und gewann damit bei der Wahlbehörde. Die Bundespartei verweigerte ihm zunächst die Unterstützung, aber "Frank" persönlich begab sich nach Tirol und nahm Mayr im Kompromiss wieder auf. Was Ulmer nicht akzeptierte. Die 18 auf Bezirkslisten aufgestellten Kandidaten aus ihrem Team baten kurz vor der Wahl darum, nicht gewählt zu werden.

Daran hat sich offenbar der größte Teil der Stronach-Sympathisanten gehalten, das Tiroler Team fuhr das mit Abstand schlechteste Ergebnis der 2012 gegründeten Partei des austrokanadischen Milliardärs ein. Dabei war es Mayr "eigentlich zu wenig" - wie er kurz vor der Wahl noch sagte - "nur" in den Landtag zu kommen, er wollte ein zweistelliges Ergebnis. Also mehr als die Niederösterreicher am 3. März, die mit Stronach persönlich an der Spitze 9,84 Prozent einfuhren. Die Kärntner mit dem Ex-SPÖler Gerhard Köfer an der Spitze hatten ebenfalls am 3. März 11,18 Prozent und auf Anhieb eine Sitz in der Proporz-Regierung geschafft.

Nicht nur das Team selbst, auch die Meinungsforscher gehen aber davon aus, dass die Salzburg-Wahl am nächsten Sonntag dem Team wieder Erfolg, also den Einzug in den Landtag, mit um die zehn Prozent bescheren wird. In ähnlicher Größenordnung rangieren die Stronachs auch in den Umfragen für die Nationalratswahl, die voraussichtlich am 29. September geschlagen wird.

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