Landtagswahlen 2013 von

ÖVP hält sich, Stronach scheitert

Volkspartei wiederholt Ergebnis von 2008. Team Stronach verfehlt Landtags-Einzug

LANDTAGSWAHL IN TIROL: LH PLATTER © Bild: APA/Techt

Die ÖVP hat bei der Tiroler Landtagswahl das schlechteste Ergebnis aller Zeiten erzielt und ist trotzdem die große Siegerin des Urnengangs. Denn trotz dreierlei Konkurrenz aus dem eigenen Lager hielt Spitzenkandidat Günther Platter 16 Mandate, womit sein Verbleib als Landeshauptmann so gut wie sicher ist. Die SPÖ verlor, darf sich aber mit Platz zwei trösten, den die "Liste Fritz" mit massiven Verlusten verlor. Die Grünen legten leicht zu, die FPÖ büßte Terrain ein, und mit "vorwärts Tirol" gibt es eine neue Liste im Landtag, während das "Team Stronach" in Tirol nichts zu melden hatte.

Laut dem vorläufigen Endergebnis (ohne Wahlkarten) kommt die ÖVP auf rund 39,6 Prozent, was nur einen überraschend kleinen Verlust gegenüber dem Urnengang 2008 bedeutet. Die SPÖ büßt auch ein wenig ein und landet als Zweite bei 13,8 Prozent. Dahinter folgen die Grünen mit 12,1 Prozent, was einem leichten Aufschwung entspricht. Die FPÖ folgt mit 9,6 Prozent, "vorwärts Tirol" mit 9,3 Prozent. Fix im Landhaus vertreten ist die "Liste Fritz" mit gerade einmal 5,6 Prozent, was ein Minus von rund 13 Prozent bedeutet. Gurgiser&Team muss auf die Auszählung der Wahlkarten am Dienstag hoffen: Am Sonntag gingen sich nur 4,8 Prozent aus, was keinen Einzug in den Landtag bedeuten würde.

Komfortable Position für die ÖVP

Klar scheint, dass Platter allen Unkenrufen zum Trotz eine zweite Amtsperiode als Landeshauptmann starten wird. Für den Landeshauptmann ergibt sich die komfortable Ausgangsposition, dass er theoretisch gleich vier Listen für eine Koalition zur Auswahl hat. Am Wahrscheinlichsten ist eine Zusammenarbeit mit den Grünen oder eine Fortsetzung der schwarz-roten Koalition. Mit "vorwärts Tirol" und FPÖ ginge sich ebenfalls eine Mehrheit aus, wobei "vorwärts" LH-Kandidatin Anna Hosp wie schon vor der Wahl eine Kooperation mit Platter ausschloss. FPÖ-Chef Gerald Hauser zeigte sich dagegen an einer "bürgerlichen Koalition" interessiert.

Der Landeshauptmann kündigte am Wahlabend an, mit allen im Landtag vertretenen Fraktionen sprechen zu wollen, zunächst mit der SPÖ als zweitstärkster Partei. Bis Ende kommender Woche soll nach Wunsch des Landeshauptmanns feststehen, wer Partner der ÖVP wird.

SPÖ oder Grüne koalitionsfähig

Die SPÖ wäre jedenfalls bereit. Die Landeshauptmann-Ambitionen hat Spitzenkandidat Gerhard Reheis am Wahlabend gleich abgelegt. Ganz unzufrieden war er dann aber doch nicht, können sich die Sozialdemokraten doch wieder Nummer zwei im Land nennen. Das hatten eigentlich auch die Grünen vor, doch das verpasste Spitzenkandidatin Ingrid Felipe ebenso wie das angepeilte beste Ergebnis aller Zeiten. "Super happy" war sie angesichts der Zugewinne trotzdem, reden wird man mit der ÖVP.

VP-Absplitterungen bedingt erfolgreich

Nicht wirklich daneben ging die Wahl für "vorwärts Tirol", war man doch stärkste der VP-nahen Absplitterungen. Trotzdem wurde das Ziel, mit zweistelligem Ergebnis Platz zwei zu erreichen, zur Gänze verpasst. Auch eine Koalition gegen Platter wird es nicht geben, was wie "vorwärts" die "Liste Fritz" zur Kenntnis nehmen musste. Parteigründer Fritz Dinkhauser führte die massiven Verluste auf die Listenvielfalt zurück, Spitzenkandidatin Andrea Haselwanter-Schneider bedauerte die schwierige Ausgangsposition unter anderem durch den gesundheitsbedingen Verzicht Dinkhausers auf eine Spitzenkandidatur.

Immerhin, die "Liste Fritz" wird es auch in den kommenden fünf Jahren im Landtag geben, was bei seinem vormaligen Partner Fritz Gurgiser noch nicht fixiert ist. Hier entscheiden die Wahlkarten. Meilenweit entfernt vom Landtagseinzug war dagegen das Team Stronach mit unter vier Prozent, was Spitzenkandidat Hans-Peter Mayr sehr bedauerlich fand und auf Fehler in Tirol und Wien zurückführte - gemeint war wohl der kuriose Listenstreit.

Reaktionen auf Bundesebene

Die Bundesreaktionen überraschten wenig. VP-Obmann Michael Spindelegger meinte, dass das "Jahr der ÖVP" unaufhaltsam an Fahrt gewinne. In Tirol könnte es freilich noch besser gehen, meint der Vizekanzler, nämlich dann, wenn die bürgerlichen Listen wieder zusammenfänden, wofür er sich einsetzen will. Solche Probleme hat SPÖ-Chef Werner Faymann mit seiner Landespartei nicht, dafür hat diese das schlechteste Ergebnis aller Zeiten eingefahren. Faymanns Fazit: "Zufrieden kann man nicht sein." Spitzenkandidat Reheis hält er dennoch für einen "guten Mann".

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hatte seinem Tiroler Spitzenmann Gerald Hauser als Ziel 15 Prozent vorgegeben, was der mit Abstand verpasste. Entsprechend bewertete er das Ergebnis als "nicht erfreulich". Grünen-Bundessprecherin Eva Glawischnig sieht hingegen den Grünen Kurs bestätigt. Mit Schwarz-Grün, wie in Oberösterreich schon seit Jahren regiert wird, hätte sie kein Problem - sofern die Rahmenbedingungen stimmen.

Team Stronach klar gescheitert

Erstmals musste das "Team Stronach" einen Rückschlag am Weg zur Nationalratswahl hinnehmen. Nach den Landtagseinzügen in Niederösterreich und Kärnten reichte es diesmal nicht. Frank Stronach habe es "zur Kenntnis genommen", berichtete sein Statthalter im Parlament, Klubobmann Robert Lugar.

Kommentare

Hermann Gugger
Hermann Gugger melden

Ich geh nicht mehr wählen, ich habe keinen Bock mehr.

melden

Auf Stimmen gerechnet hat keine der Parteien Stimmen gewonnen.
Die Wahlbeteiligung ist soviel gesunken, dass auch die Parteien mit mehr Prozenten nicht mehr Wähler haben.

melden

Das stimmt, je weniger Leute zur Wahl gehen desto billiger ist jedes Mandat zu haben und die Repräsentativität sinkt. Also extrem gesprochen, wenn nur mehr 5 Leute zur Wahl gehen sind 100% für eine Partei nicht mehr sehr unwahrscheinlich, wenn nur einer hingeht sicher.
Es ist also ein großer Unterschied ob jemand bei 57%Wahlbeteiligung Prozente gewinnt oder verliert oder bei 90%.
An der Legitimität änderts natürlich nichts, aber wie man sieht, zementiert Nichtwählen aus Frust oder Wurschtigkeit die politische Situation eher ein.

Hermann Gugger

Tirol hat seine Chanche auf einen poltischen Neubeginn wiedermal verspielt. Alles geht weiter wie bisher Stillstand, Reformstau, Freuderlwirtschaft und alle guten Freunde und Firmen mit Posten und Aufträgen versorgen. Und die schlappen 500 Millionen die der Wahlkrampf gekostest hat, das sagen wir dem Bürger nicht, auch hier wird schon gelogen eine tolle partei.Das war das letzte Mal dass ich wähle

Robert Cvrkal

Nicht zu viele Jäger waren des Hasen Rettung, sondern es waren die Eigenschaften der Jäger, welche die Wähler nicht überzeugen konnten. Schon seit Jahren suchen die Wähler bei unterschiedlichen Gelegenheiten nach Alternativen zu den bestehenden Machthabern, welche durchschaubare und erfolgversprechende Konzepte hervorbringen und auch noch gewisse Werte leben. Fehlen diese dann bleibts wie bisher

auer47 melden

Wieder einmal: Die vor allem in Wien von linken und grünen Medien incl. ORF und Meinungsforschern (Meinungsmachern?) geschürte Stimmung gegen einen nicht linken (Ex)Innenminister erweckte außerhalb Tirols den Eindruck, Platter sein völlig daneben. Die Tiroler Realität war freilich eine andere: Blendende Bilanz Platters, zwar beleidigte Frauen (Hosp, Plörer)aus dem eigenen Lager, aber trotzdem ausreichend für eine tolle Bestätigung. Jetzt bist Platter auch vom Wähler legitimiert. Respekt.

Hugo-Boatwisch melden

... und dann ist auer47 plötzlich aufgewacht!

Kontrollorgan melden

Nein, Hugo, der wird nimmer munter *g*.
Der ist schon vor langer Zeit in einem seiner Verschwörungstheorie-Tagträume hängen geblieben.

lagi62 melden

ach ja, viel spass bei grün schwarz

eintiroler melden

wohl ein versager Team Kasperl Wähler, oder doch ein kleiner blauer, was?

alle deppen, erst wählen sie diese idioten und dann raunzt jeder wie schlecht unsere regierung ist. lauter deppen lauter deppen

In Tirol ist ja Team Stronach gar nicht angetreten, sonder eine seltsame Gestalt die mit Unterstützungserklärungen die für das richtige Team Stronach geleistet worden ist um 7:20 morgens zur Wahlbehörde geschlichen ist.

Hugo-Boatwisch melden

-18,3% im Bezirk Reutte bezeichnet die ÖVP als Erfolg? Das nennt man Realitätsverweigerung!

vardka013@hotmail.com melden

ein verlust von weniger als 1% und 27% vor der 2. stärksten partei würde ich wohl auch icht als niederlage bezeichnen...vor allem wenn man sieht dass auch in tirol parteien über 12% verlieren können

somit ist ihre analyse nicht gerade objektiv und realitätsfremd

Hugo-Boatwisch melden

Ach ja stimmt - Innsbruck ist objektiv grün! Ein Grund zur subjektiven Freude für Platter?

eintiroler melden

wie ich gesagt habe, diese Kasperlpartei Stronach wird in Tirol nicht aufkommen. Wir sind eben nicht so deppert wie so manch andere Bundesländer. Danke an alle TirolerInnen, dass ihr diese Verhetzung der FPÖ nicht belohnt habt.

napy-one melden

ihr habt ja die Gscheidheit mit dem Löffel bekommen.

Seite 1 von 1