Landtagswahlen 2013 von

"Sieg für Heimatland"

Tiroler Parteien feiern Wahlergebnisse. Die ÖVP erwartungsgemäß am lautesten.

LANDTAGSWAHL IN TIROL: …VP-WAHLFEIER © Bild: APA

Dass auch das schlechteste Ergebnis der Parteigeschichte ein gefühlter Sieg sein kann, hat die Tiroler Volkspartei Sonntagabend bewiesen. Bei der Wahlparty auf der Baustellen-Dachterrasse eines künftigen Hotels in Innsbruck bejubelte das Parteivolk Landeshauptmann Günther Platter (V), als hätte der hart an der 100-Prozent-Marke gekratzt. Der mit "Günther"-Rufen überhäufte Landesobmann zeigte sich bewegt.

Ein wenig vom Glanz des Wahlgewinners abzubekommen trachtete der prompt nach Innsbruck geeilte VP-Obmann Michael Spindelegger, der den Tirolern attestierte, richtig gewählt zu haben. Der Elan aus Tirol soll nach Geschmack des Vizekanzlers in die Bundeshauptstadt weiterwirken: "Das war nicht ein Westwind sondern ein Orkan, der bis Wien weht."

"vorwärts Tirol" feiert vier Mandate

Bei der Liste "vorwärts Tirol" zeigten sich sowohl Spitzenkandidat Hans Lindenberger als auch Anna Hosp und Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer in Feierlaune. Die Gruppierung zelebrierte ihren "Wahlerfolg" in gediegener Atmosphäre in einer Bar im Osten der Landeshauptstadt vor gut gelaunten Sympathisanten. Man freue sich über die erreichten vier Mandate und werde die politische Verantwortung wahrnehmen, meinte Lindenberger.

"Keinesfalls" werde man eine Koalition mit der Platter-VP eingehen, erklärten die drei unisono. Angesprochen auf die Gesprächseinladung Platters, der angekündigt hatte mit allen Parteien reden zu wollen, erklärte Lindenberger aber gegenüber der APA: "Wir werden keine Gesprächsverweigerung betreiben. Reden kann man über alles." Oppitz-Plörer und Hosp sahen das anders.

Die Liste Fritz leckte in einem Bierlokal unweit des Landhauses ihre Wunden. Man werde "das Salz in der Suppe der ÖVP sein", sprach der LAbg. Andreas Brugger den spärlich erschienenen Getreuen Mut zu. Parteigründer Fritz Dinkhauser war nicht zur Wahlfeier seiner Liste erschienen.

SPÖ und FPÖ: Zuversichtlich trotz bescheidener Ergebnisse

Die Wahlfeier der Tiroler SPÖ war trotz des nicht gerade berauschenden Ergebnisses gut besucht. Dies hing allerdings auch mit der nicht gerade geräumigen Lokalität, einem Kaffeehaus im Zentrum Innsbrucks, zusammen. Naturschutzlandesrat Thomas Pupp meinte hinsichtlich der möglichen künftigen Rolle der Sozialdemokraten in Tirol zur APA: "Ich sehe die SPÖ grundsätzlich nicht in Opposition." Es freue ihn, "dass wir den zweiten Platz für die SPÖ zurückgewinnen konnten. Eines unserer Wahlziele haben wir damit erreicht“, sagte Tirols SP-Chef, Spitzenkandidat Gerhard Reheis. Beim Parteivorstand am Montag werde er einen entsprechenden Auftrag für Verhandlungen erhalten, meinte Reheis.

In einem "Steirerlokal" in der Nähe der Innsbrucker Rathausgalerien traf sich die Tiroler FPÖ. Die Stimmung war ungeachtet des mäßigen Abschneidens der Partei gut. Es gebe "keine Obmanndiskussion" in der Partei, sagte FPÖ-Chef Spitzenkandidat Gerald Hauser der APA. "Es gibt niemanden, der sagt, dass er mich nicht mehr als Obmann haben will", meinte Hauser. Er stehe für Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP bereit, betonte der Tiroler FPÖ-Chef erneut. Am kommenden Sonntag werde es eine Parteivorstandssitzung gehen. Dabei gehe es unter anderem um "organisatorische und strukturelle" Dinge.

Wenig Feierlaune bei Team Stronach

Nur wenige Mitstreiter versammelten sich bei der Wahlfeier der nicht in den Landtag eingezogenen Stronach-Liste in einem Gasthof mit eigener Brauerei in der Maria Theresienstraße. Spitzenkandidat Hans-Peter Mayr und Obmann Walter Jenewein sagten der APA, dass man nun am Ausbau der Strukturen für die Nationalratswahl arbeiten wolle. Die Grünen um Spitzenkandidatin Ingrid Felipe feierten indes in einem Club im Innsbrucker Stadtteil Wilten.

Kommentare

Spindelegger attestiert den Tirolern richtig gewählt zu haben, na schau, da können sie froh sein, die Tiroler. Nicht wie damlas, als Schüssel verlauten ließ, "Das Volk hat sich verwählt". Die Schwarzen haben nach wie vor eine eigenartige Einstellung zur Demokratie.

derpradler

Hat wirklich jemand geglaubt, daß derart unseriöse Herausforderer gegen die Schwarzen in Tirol eine Chance haben? Als Sozialdemokrat ist mir diese Lösung lieber, als wenn Tirol von lauter Chaoten regiert würde. Bleibt nur zu hoffen,daß sich Patter nicht mit den Grün-Sektierern einläßt!

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