Landtagswahlen von

Lauter Sieger?

Landtagswahlen - Lauter Sieger? © Bild: APA

Ein letztes Mal gab Frank Stronach den Big Spender in der österreichischen Polit-Landschaft. Die zehn Prozent Wählerstimmen, die seine Liste bei der letzten Landtagswahl in Niederösterreich erreicht hatte, waren nach dem gloriosen Scheitern dieses Projekts wieder auf dem Markt. Das macht es möglich, dass sich alle Parteien nach der heurigen Landtagswahl ein bisschen als Sieger fühlen können. Auf der nach oben offenen Feierlaunen-Skala gibt es dennoch deutliche Abstufungen.

So richtig jubeln kann Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Sie ist noch kein Jahr im Amt, allseits waren ihr bei ihrer ersten Wahl nach Langzeit-Landesfürst Erwin Pröll gravierende Verluste prophezeit worden. Doch Mikl-Leitner hatte die gut geölte niederösterreichische ÖVP gleich im Griff, versuchte gar nicht erst, sich mit ihren Themen von ihrem Vorgänger abzugrenzen, und lieferte aus dem Stand eine absolute Mehrheit. Erwin Pröll hatte das bei seinem ersten Antreten nicht geschafft.

ÖVP-Bundesparteiobmann Sebastian Kurz kann bei der ersten Testwahl seit seiner türkis-blauen Regierungsbildung zwar mitjubeln, wird es aber künftig mit einer deutlich selbstbewussten Landesparteichefin zu tun haben.

Deutlich aus dem Stronach-Reservoir gefischt haben die Freiheitlichen. Allerdings hatten ihnen die Umfragen vor der Wahl einen deutlich besseres Ergebnis prophezeit. Und dabei können sie sich nicht darauf ausreden, dass ihnen nur die Causa Landbauer rund um antisemitische Lieder seiner Burschenschaft geschadet hat. Denn laut Wahltagsbefragungen haben nur wenige Wählerinnen und Wähler ihre Entscheidung in den letzten Tagen vor der Wahl getroffen. Das lässt den Schluss zu, dass die Regierungsbeteiligung der FPÖ im Bund schon die ersten Protestwähler vertrieben hat. Was die Freiheitlichen, setzt sich dieser Trend bei den nächsten Landtagswahlen fort, wohl bald nervös machen wird.

Sachte Aufamtem können SPÖ und Grüne: Allerdings gehen ihre ersten Wahlergebnisse nach dem Desaster bei der Nationalratswahl bestenfalls als Konsolidierung durch. Frenetisch Jubeln muss man da noch nicht. Das dürfen allerdings die Neos. Sie sind bei ihrem ersten Antreten in Niederösterreich gleich im Landtag drin.

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