Landtagswahl von

Wiener Grüne: Hohe
Zustimmung für Vassilakou

Vizebürgermeisterin erneut Spitzenkandidatin - Zustimmung leicht gesunken

Maria Vassilakou © Bild: APA/Hans Punz

Maria Vassilakou wird die Wiener Grünen erneut in die bevorstehende Wien-Wahl führen. Die grüne Basis bestätigte sie am Samstag mit 94,29 Prozent und damit mit einem soliden, wenn auch etwas schwächeren Ergebnis als für die Wahl 2010. Auf den vorderen Listenplätzen landeten indes einige - teils überraschende - neue Gesichter. Drei Mandatare rutschten auf so gut wie chancenlose Positionen.

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Vizebürgermeisterin Vassilakou - sie trat ohne Gegenkandidatur für Platz eins an - nutzte auf der 73. Landesversammlung die Gelegenheit, um thematisch ein bisschen auf den Wahlkampf vorzubereiten, der sich wohl auch auf die eigentlich traditionell roten Themengebiete Wohnen und Bildung konzentrieren wird. Man wolle "Spekulanten und Miethaien buchstäblich die Türe weisen", verwies sie auf steigende Mietpreise am freien Markt. Aufhorchen ließ die Spitzen-Grüne mit dem Appell, angesichts der wachsenden Stadt darüber nachzudenken, ob die Stadt nicht wieder Gemeindebauten errichten sollte. Im Bildungsbereich forderte Vassilakou einmal mehr eine Kinderbetreuungsgarantie ab dem zweiten Lebensjahr und "Schulen ohne Proporz".

Auch die gescheiterten Verhandlungen um die Reform des Wiener Wahlrechts waren Thema. Vassilakou deutete das Scheitern des Ringens mit der SPÖ als Erfolg. "Die SPÖ hat sich nicht bewegen und sich nicht verändern können. Wir haben uns wieder freigespielt", betonte sie. Die Möglichkeit einer roten Blockade im Ausschuss erwähnte die neue alte Spitzenkandidatin allerdings nicht. Klubobmann David Ellensohn übernahm diesen Part - er stellte ein SPÖ-"Nein" aber als unwahrscheinlich dar: "Man kann ja nicht einfach einen Landtagsbeschluss ignorieren, das hat es noch nie gegeben, das hat nicht einmal Haider in Kärnten gemacht", erklärte er.

Ellensohn auf Listenplatz zwei

Von der Basis wurde Ellensohn - konkurrenzlos - mit 95,23 Prozent auf den zweiten Listenplatz gewählt. Auch die nächsten Positionen auf der grünen Liste, die später darüber entscheidet, wer in den Gemeinderat bzw. Landtag einzieht, gingen an bereits jetzt im Landtag vertretene Mandatare. Auf Platz drei konnte sich die stellvertretende Klubobfrau Jennifer Kickert durchsetzen, den vierten Platz dachten Parteimitglieder und stimmberechtigte Sympathisanten dem Umwelt- und Verkehrssprecher Rüdiger Maresch zu. Über Position Nummer fünf darf sich Sozialsprecherin Birgit Hebein freuen.

Auf Platz sechs gab es die erste eher überraschende Entscheidung des Listenwahltages: Birgit Meinhard-Schiebel (69), Bezirksrätin im Alsergrund, Sprecherin der Grünen SeniorInnen Wien und auf Generationenpolitik spezialisiert, landete noch vor dem Parteiurgestein und derzeitigen Planungssprecher Christoph Chorherr. Ein zumindest in der internen Gerüchteküche immer wieder heiß gehandelter Kandidat konnte sich den achten Listenplatz sichern: Peter Kraus (28), Sprecher der Grünen Andersrum, Bezirksrat in der Brigittenau und stellvertretender Büroleiter von Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou, wird künftig wohl einer der jüngsten Gemeinderäte sein.

Internationale Liste

Platz neun ging an Barbara Huemer (43), die sich selbst als "grüne Heldin der Arbeit" präsentierte, auf den zehnten Platz rettete sich Gemeinderat und Finanzsprecher Martin Margulies, der eigentlich ab Platz vier kandidiert hatte. Zwei neue Namen brachten die Listenpositionen elf und zwölf: Hier machten die sozialpolitische Referentin Faika El-Nagashi, 1976 in Ungarn geboren, und die Sprecherin der Grünen Frauen Wien Ewa Dziedzic, 1980 in Polen geboren, das Rennen.

Schon eher wackelig - derzeit sitzen für die Grünen elf Abgeordnete und Vassilakou als Verkehrs- und Planungsstadträtin im Stadtparlament - sieht es für die Kandidaten auf den Plätzen 13 bis 16 aus, auf die es die ehemalige Journalistin Ursula Berner, Cafe Tachles-Betreiber Daniel Landau, "Jetzt Zeichen setzen"-Sprecher Nikolaus Kunrath und Grüne Wirtschaft Wien-Sprecher Hans Arsenovic schafften.

Kultursprecher Lobo ohne Chance

Auf so gut wie chancenlose Plätze wurden somit die drei Noch-Gemeinderäte Klaus Werner-Lobo, bisher Kultursprecher, Integrationssprecher Senol Akkilic und Ingrid Puller verdrängt. Auch der im Vorfeld hoch gehandelte Quereinsteiger Landau, Bruder von Caritas-Chef Michael Landau, verfehlte mit Position 14 einen sicheren Listenplatz.

Insgesamt haben die Wiener Grünen heute 24 Listenplätze unter 50 Kandidaten vergeben. Freiwillig Platz gemacht hatten die Gemeinderäte Alexander Van der Bellen sowie Martina Wurzer, die beide nicht mehr antraten.

Noch vor dem eigentlichen stundenlangen Wahlprozedere gab es zum Auftakt aufmunternde Worte von Bundessprecherin Eva Glawischnig: Sie lobte die zukunftsorientierte Arbeit der Wiener Partei und schwor auch gleich auf Rot-Grün II ein. "Mary, du bist die Bürgermeisterin der Unter-30-Jährigen - das ist schon sehr schön", meinte Glawischnig.

An die Opposition gab es dagegen eine klare Absage: Die ÖVP würde ohnehin immer nur "Nein" sagen, und eine Regierungsbeteiligung der Freiheitlichen sei ausgeschlossen: "Forget about Strache und Gudenus", machte Glawischnig klar. Prompt reagierten diese auch: Der freiheitliche Landesparteisekretär Hans-Jörg Jenewein sah die Grünen dem "politischen Sonnenuntergang entgegenreiten", die ÖVP kritisierte die Äußerungen der grünen Parteispitze in Sachen Wahlrecht.

Kommentare

Als Autofahrer muss man ganz schön bescheuert sein wenn man diese Grüne Truppe wählt!
Überall wo Rot oder Schwarz abgewählt werden stehen sofort die Grünen zur Mehrheitsbeschaffung zur Verfügung. Danach dürfen sie die Autofahrer ärgern. Ohne die Grünen gäbe es keinen ESM!

christian95 melden

Warum auf einmal so bescheiden?
Das große Vorzeigeprojekt der Grünen in Wien "MAHÜ + FUZO" ist auf einmal nebensächlich?
Nun ist auf einmal wohnen und Bildung ganz wichtig?

Eloy melden

Ist doch ein guter Anfang. Ein bereits eingesetzter Lernprozess ist allemal besser als Ignoranz. Ba monchn dauerts hoit a bisserl länga.

christian95 melden

Warum verschweigen die Wiener Grünen: "Autos auf die Tangente und durch die Stadt statt sie über eine Brücke (oder Tunnel) über die Lobau aus der Stadt. Die beiden Kraftwerke Simmering und Stadlau "schädigen" die Lobau nicht????

Mcintosh52 melden

warum verjagt man diese scheiß grünen wahnsinnigen nicht einfach ?

Nudlsupp melden

Kann ich Ihnen sagen: Weil wir in einem Rechtsstaat leben, und die Grünen die einzigen sind, die strafrechtlich nicht in Erscheinung treten. Wieso sollte man Parteivertreter verjagen, die sich nichts zu schulden haben kommen lassen, außer eine andere politische Meinung zu vertreten?

11223344 melden

aaaa'h ja, aber nur weil die grünen noch nie in einer machtposition waren wo sie einen grösseren deal in eigener tasche durchführen konnten. aber wie war das damals?? nimm das flaggerl für's gakkerl??? eigentlich staatsverrat und da hätten diese hirnis schon ausgewiesen werden müssen. aber heute haben sie es ja den hundehaltern mit der doppelten hundesteuer erschwert (das leben). nun wenn die mumm hätten würden sie es acu mit freilaufenden katzen durchziehen, die kacken ja auch die wiesen voll aber da haben die hirnis die hosen voll wenn sie es sich mit den ganzen katzhaltern verschertzen.

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wieso weiß ich nicht. Das spielt eigentlich auch gar keine Rolle. Glauben Sie wirklich, daß die Grünen genau so charakterschwach und ko**pt wären wie Ihre Blauen? In Baden Württemberg hat es mit den Grünen bisher bestens funktioniert. Ansonsten sehe ich auch in Ihrem Posting keinen Grund die Grünen so zu attackieren. Hat Sie die Hundesteuer so schwer getroffen? Ist das neben den Asylanten....

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.... Ihr politisches Thema? Oder gehen Ihnen nur die Gründe aus, weil Sie doch erkennen, daß politisch eigentlich alles anständiger ist als die F, und daß es dabei auf die politischen Positionen, wo man verschiedener Meinung sein kann, ankommt?

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