Landtagswahl Salzburg 2013 von

Keine Landeshauptfrauen mehr

Frauenanteil in Landtagen nach März-Wahlen leicht angestiegen

Einzige Landeshauptfrau muss das Ruder abgeben. © Bild: APA/NEUMAYR/MMV

Das Gruppenbild mit Dame, damit ist nun Schluss. Die Landeshauptmänner sind in Österreich wieder unter sich. Nach der Abwahl von Gabi Burgstaller wird keines der neun Bundesländer mehr von einer Frau regiert. Auch in den Landesparlamenten sind Frauen in der Minderheit. Nach den Landtagswahlen in Kärnten und Niederösterreich Anfang März erhöhte sich ihr Anteil in den Landtagen und Landesregierungen aber zumindest gering.

Waltraud Klasnic (V) in der Steiermark hat es vorgemacht: Am 23. Jänner 1996 wurde sie als erste Frau an die Spitze eines österreichischen Bundeslandes gewählt und im Jahr 2000 eindrucksvoll im Amt bestätigt. Etwas ungewöhnlich: Sie beharrte stets auf die Anrede "Frau Landeshauptmann". Gabi Burgstaller schaffte es 2004, das schwarze Bundesland umzufärben und wurde die erste Salzburger Landeshauptfrau. Auch sie wurde wiedergewählt, die SPÖ verzeichnete 2009 aber Verluste. Nach dem Finanzskandal, für den die Wähler am stärksten ihre Partei verantwortlich gemacht hatten, muss auch sie das Büro der Landeschefin räumen.

Unter den neun Landeshauptleuten beträgt der Frauenanteil nun genau 0. Mit Stand Freitag, 3. Mai, also vor der Salzburger Landtagswahl und noch ohne Neuerungen, welche die Tiroler Landtagswahl bringt, sind von den 72 Landesregierungsmitgliedern 23 Frauen (31,9 Prozent). Dieser Anteil hat sich durch die Kärntner Landtagswahl leicht von 22 auf 23 erhöht, wo nun eine Frau mehr in der Landesregierung sitzt (zwei von sieben, 28,6 Prozent). In Niederösterreich, wo ebenfalls im März gewählt wurde, blieb die Zahl der weiblichen Regierungsmitglieder mit vier von neun gleich (44,4 Prozent). Das geht aus Unterlagen von Werner Zögernitz, Präsident des Instituts für Parlamentarismus und Demokratiefragen, hervor.

Frauenanteil leicht angestiegen

Insgesamt zählt Österreich 448 Landtagsabgeordnete, von ihnen sind seit den Wahlen im März 140 Frauen (31,3 Prozent). Davor waren es 134 Mandatarinnen. Sowohl in den Kärntner (von sechs auf acht, nun 22,2 Prozent) als auch in den Niederösterreichischen Landtag (von neun auf 13, nun 23,2 Prozent) zogen etwas mehr Frauen ein.

Im Nationalrat, im Bundesrat und auch unter den österreichischen Vertretern im Europäischen Parlament beläuft sich der Frauenanteil auf rund ein Drittel. Viel geringer hingegen sind die Frauen in den Gemeinden vertreten, wo es nur knapp über fünf Prozent Bürgermeisterinnen gibt.

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