Landesschulrat begrüßt "Kussverbot": AKS-
Schüler-Protest mit knutschenden Paaren

Eltern: "Gesellschaftliche Realitäten" nicht ignorieren Vorgehensweise zeuge von mangelndem Vertrauen

Landesschulrat begrüßt "Kussverbot": AKS-
Schüler-Protest mit knutschenden Paaren © Bild: APA/Obermüller

Das "Kussverbot" in einer Schule im Bezirk Wels-Land in Oberösterreich wurde von Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer begrüßt: "Die Schule ist auch da, um Erziehungsarbeit zu leisten und die Eltern darin zu unterstützen." Daher müssten manchmal Grenzen gesetzt und deren Einhaltung konsequent eingefordert werden, hieß es in einer Presseaussendung. Die "Aktion kritischer SchülerInnen" (AKS) will das Landesschulrats-Gebäude mit küssenden Paaren blockieren.

Das Kussverbot beruhe auf einem einstimmigen Beschluss des Schulforums, "dem durch Gesetz legitimierten demokratischen Gremium der Schulautonomie", betonte Enzenhofer. Die Diskussion sei von den Elternvertretern initiiert worden. "Inniges Küssen der Schülerinnen bei Begrüßungen und Verabschiedungen vor und nach fast jeder Unterrichtseinheit hatte dazu geführt, dass sich bereits mehrere Mädchen belästigt fühlten, und dies auch ihren Eltern mitteilten", so Enzenhofer zu den Beweggründen.

Protest mit knutschenden Paaren geplant
"Anstatt einen Fehler einzusehen, katapultieren sich der Hauptschuldirektor und der oberösterreichische Landesschulratspräsident mit ihren Reaktionen weit ins pädagogische Abseits", so AKS-Bundesvorsitzender Klaus Baumgartner und die Vorsitzende der AKS Linz, Vanessa Gaigg, in einer Aussendung. Sie forderten Enzenhofer auf, mit einer Weisung den Beschluss des Schulforums aufzuheben.

Das "Kussverbot" zeuge von mangelndem Vertrauen in die eigenen bzw. die anvertrauten Kinder, kritisierte der "Wiener Landesverband der Elternvereine an den öffentlichen Pflichtschulen". Vorsitzender Michael Ehlers sprach von einem untauglichen Versuch, "gesellschaftliche Realitäten" zu ignorieren. Es sei ja wohl nicht anzunehmen, dass die inkriminierte Begrüßungsform außerhalb der Schule nicht stattfinde. "Aber vielleicht folgt der zuständige Gemeinderat der Anregung der Schule sowie dem Beispiel amerikanischer Kleinstädte und verhängt ein generelles Kussverbot innerhalb der Gemeindegrenzen", so Ehlers.

(apa/red)