Schiffsunglück von

Barroso in Lampedusa

EU-Kommissionspräsident besucht Flüchtlingsinsel. Über 300 Tote.

Jose Manuel Barroso © Bild: 2013 Getty Images/Dan Kitwood

Unter dem Eindruck der Flüchtlingskatastrophe vor Lampedusa hat EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso größere Anstrengungen zur Vermeidung solcher Tragödien gefordert. Italien sagte er bei seinem Besuch auf der Mittelmeerinsel am Mittwoch zusätzliche Hilfszahlungen in Höhe von 30 Millionen Euro zu. Barrosos Visite wurde von wütenden Protesten der Einwohner begleitet. Italiens Ministerpräsident Enrico Letta kündigte ein Staatsbegräbnis für die mehr als 300 Opfer an.

Begleitet wurden Letta und Barroso von Italiens Innenminister Angelino Alfano und EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström. Bei ihrer Ankunft wurden sie von aufgebrachten Anwohnern mit Buh-Rufen empfangen. Die Demonstranten riefen "Schande!" und "Mörder!" und schwenkten Fotos von Flüchtlingen, als die Politiker am Flughafen eintrafen.

Zusätzliche 30 Mio. Euro Hilfsmittel

Barroso kündigte an, die EU werde Italien zusätzliche Mittel in Höhe von 30 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Das Geld soll für die Renovierung der Flüchtlingszentren eingesetzt werden. Die Einwanderer hatten am Dienstag gegen die Lebensbedingungen in der überfüllten Unterkunft auf Lampedusa protestiert. "Wir wissen aber, dass noch viel mehr getan werden muss", fügte Barroso hinzu.

Die EU dürfe sich nicht abwenden und zulassen, dass tausende Menschen an ihren Grenzen ums Leben kommen. "Es sind größere Anstrengungen nötig und eine engere Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedsstaaten", sagte Barroso. "Das Problem eines unserer Länder, wie jetzt Italien, muss als ein Problem von ganz Europa wahrgenommen werden", betonte der Kommissionspräsident. Barroso zeigte sich bestürzt über das Ausmaß der Tragödie. "Ich werde den Anblick dieser Särge niemals vergessen", sagte er.

"Europäisches Drama"

Auch Letta sprach von einem "europäischen Drama". Es handle sich um die schlimmste menschliche Tragödie im Mittelmeer. Für die Verstorbenen werde ein Staatsbegräbnis organisiert. Die Opfer hätten ein Recht auf ein solches Begräbnis, sagte Letta. Er bat um Entschuldigung "für die Fehlleistungen unseres Landes". Malmström mahnte Reformen des Asylrechts und eine Abkehr von der restriktiven Einwanderungspolitik der EU an.

Die EU-Grenzschutzagentur Frontex stellt zusätzliche Mittel für Italien bereit, um die Mission "Hermes" im Mittelmeer bis November zu verlängern. Zwei Millionen Euro würden dafür umgeschichtet, sagte der Vize-Direktor von Frontex, Gill Arias, der italienischen Nachrichtenagentur Ansa. Diese Entscheidung sei schon vor dem jüngsten Unglück und nicht auf Druck der Politik getroffen worden. Frontex unterstützt im Rahmen der Mission die italienischen Behörden bei der Bewältigung des Flüchtlingsandrangs aus Nordafrika.

Ernüchternde Zahl an Todesopfern

Nach Schätzungen der Hilfsorganisation Fortress Europa kamen alleine im Jahr 2011 mehr als 2.300 Menschen bei ihrer Flucht aus Afrika in den Gewässern rund um Lampedusa ums Leben. Seit 1994 seien mehr als 6.800 Flüchtlinge auf dem Weg zu der Mittelmeerinsel ertrunken.

Vor Lampedusa war am vergangenen Donnerstag ein Schiff mit Hunderten Flüchtlingen gekentert, von denen bisher 302 tot geborgen wurden. Nur 155 Bootsinsassen konnten gerettet werden, die Zahl der Todesopfer wird auf bis zu 390 geschätzt. Seit dem Unglück wird in der EU heftig über die europäische Flüchtlingspolitik diskutiert.

Kommentare

Ignaz-Kutschnberger

Zombie... selbst wenn Österreich JEDES Monat 700 Menschen aufnehmen täte (also 8.400 pro Jahr) würde es 10 Jahre brauchen um 84 Tausend anzusammeln.. das würde dann genau 1% von unseren 8,4 Millionen Einwohnern entsprechen

melden

"Mauro hob die Leistungen der italienischen Marine und der Küstenwache hervor, die in zehn Jahren über 120.000 Menschen gerettet habe"
Retten ist nur das Eine. Abschieben das Andere. Und da davon ausgegangen werden kann, dass auch in I die Kraft und der politische Wille fehlt konsequent abzuschieben, werden auch diese Scheinasylanten inzwischen in den Sozialwerken in D, A, S etc. integriert sein.

Ignaz-Kutschnberger
Ignaz-Kutschnberger melden

Zombie...mittlerweile solltest selbst DU mitbekommen haben, dass in Europa etwa 750 Millionen Menschen leben... innerhalb der EU sind es immerhin noch 540 Millionen... 1% von 540 Mille ist daher richtig gerechnet 5,4 Millionen... du sprichst hier von einem Zeitraum von 10 Jahren und in diesen 10 Jahren in Summe von 120 Tausend... wie viel Prozent sind 120 Tausend nochmal von 540 Millionen??

Der gleiche Gauner wie alle anderen, voran Frau Merkel, der Sargnagel Europas!! Milliarden verschwenden und selbst abkassieren und lügen, wenn sie den Mund aufmachen!! Räumts zuerst in Afrika selbst auf und lassts uns in Ruhe!!

brabus melden

Wieviele tausend Euro kostet dieses 'persönliche Bild', dass sich Barroso und Konsorten vorort machen wollen ? Wozu ? Um festzustellen dass es ihm selber gut geht und der EU-Politiker Haufen weiterhin unser Geld verschwendet ?

Ignaz-Kutschnberger
Ignaz-Kutschnberger melden

Wenn er auf die Hälfte seines Gehaltes verzichten würde und es hungernden Menschen in der 5. Welt spenden würde, hätte er noch immer monatlich 14 Tausend zum Verfressen...

wintersun melden

Ja sowas in der Art hab ich mir auch schon gedacht. Er kommt ja bestimmt weil es ihm persönlich sooo Leid tut was da passiert ist. Soll er doch seinen Erste-Klasse-Flug selbst von seinem fürstlichen Gehalt bezahlen. Aber nein, da würde sich das Mitleid wahrscheinlich plötzlich in Grenzen halten! Hauptsache überall gescheit reden, passieren wird ein weiteres Mal NICHTS! Denn der Zustand ist so gewollt, Afrika muss arm und schwach bleiben. Aber die Heuchelei der Politiker kennt ja bekanntlich keine Grenzen *kotz*

Seite 1 von 1