Flüchtlingsdrama von

34 Leichen geborgen

Neues Flüchtlingsdrama vor Lampedusa: Suche nach Vermissten noch im Gange

Flüchtlingsdrama vor Lampedusa © Bild: Reuters/Armed Forces Malta Press Office

Bei einem neuen Flüchtlingsdrama nahe der süditalienischen Insel Lampedusa sind nach Angaben der italienischen Marine rund 34 Leichen geborgen worden, 206 Menschen konnten gerettet werden. Vier Boote mir rund 430 Personen an Bord wurden am Samstag von der italienischen Marine am Samstag evakuiert. Die Suche nach weiteren Vermissten unweit des Unglücksorts in maltesischen Gewässern fortgesetzt. Vermutet wird, dass die Zahl der Todesopfer auf rund 50 Menschen steigen wird. 143 Migranten wurden an Bord eines Schiffes nach Malta gebracht. Hier wurden sie in einem Krankenhaus medizinischen Kontrollen unterzogen. An Bord des am Freitagabend gekenterten Flüchtlingsbootes mit rund 250 Menschen befanden sich mehrere Syrer.

Das Flüchtlingsboot kenterte, nachdem die Migranten ein maltesisches Flugzeug gesichtet hatten. Die Flüchtlinge hatten sich auf einer Seite des Bootes zusammengedrängt, um das Militärflugzeug auf sich aufmerksam zu machen. Angeblich konnten sie auch einen Notruf per Satellitentelefon absetzen. Das Boot geriet dabei ins Schwanken, was Panik unter den Migranten auslöste. Mehrere Flüchtlinge fielen ins Wasser, das Boot kenterte.

Bürgermeisterin erschüttert

Die Bürgermeisterin von Lampedusa, Giusy Nicolini, zeigte sich wegen des neuen Flüchtlingsdramas vor der Insel erschüttert. "Europa muss endlich etwas unternehmen, um den Flüchtlingsstrom zu stoppen. Lampedusa ist zu klein, um allein dieser Situation Stand zu halten", sagte Nicolini. Der Präsident der Region Sizilien, Rosario Crocetta, rief die Regierung in Rom und Brüssel zu sofortigem Handel auf. "Wir müssen verhindern, dass weitere Flüchtlinge ums Leben kommen. Ich bin bereit, auf Sizilien den Notstand aufzurufen, damit man endlich konkrete und einschneidende Maßnahmen gegen den Menschenhandel ergreift", so Crocetta.

Der italienische Premier Enrico Letta zeigte sich über die neue Flüchtlingstragödie bestürzt. Diese bestätige, dass Europa dringend Maßnahmen zur Bekämpfung der illegalen Flüchtlingsströme im Mittelmeerraum ergreifen müsse. Letta telefonierte mit seinem maltesischen Amtskollegen Joseph Muscat. Dieser meinte, er werde beim nächsten EU-Gipfeltreffen den Verhandlungstisch nicht eher verlassen, bis keine konkrete Lösung für den Flüchtlingsnotstand ergriffen werde. Muscat dankte Italien für die Unterstützung zur Rettung der Überlebenden des neuen Flüchtlingsunglücks.

100 Migranten an Bord eines Bootes

Schiffe der italienischen Marine, die bei der Bergung der Leichen im Einsatz waren, bargen indes ein weiteres Boot mit rund 100 Migranten an Bord, das um Hilfe gebeten hatte. Das große Schlauchboot befand sich nach Angaben der italienischen Küstenwache 84 Seemeilen südöstlich von Lampedusa. Starke Winde und raue See erschwerten die Rettungsarbeiten. Ein weiteres Flüchtlingsboot mit 150 Menschen an Bord, darunter mehrere Kinder und Frauen, wurde eine Seemeile von Lampedusa entfernt gesichtet und in Sicherheit gebracht.

Erst am Donnerstag voriger Woche war ein Boot mit Flüchtlingen aus Somalia und Eritrea vor der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa gesunken. Bisher wurden 339 Leichen geborgen. Das Unglück hat in der EU eine Debatte über die europäische Flüchtlingspolitik ausgelöst. In der Nacht zum Freitag waren bereits mehr als 500 Flüchtlinge aus Seenot gerettet worden, sie wurden nach Sizilien gebracht. Mindestens zwölf Flüchtlinge kamen darüber hinaus bei einem Schiffsunglück vor der ägyptischen Stadt Alexandria ums Leben, 116 Insassen konnten gerettet werden. Sie waren auf dem Weg nach Europa gewesen.

Kommentare

Ignaz-Kutschnberger

Selbst wenn Österreich JEDES Monat 700 Ruderer aufnehmen würde...also pro Jahr 8.400...so würde es noch immer 10 Jahre lang dauern, bis wir 84.000 angesammelt hätten...also 1 % von derzeit 8,4 Millionen Einwohnern

Statt 2 Milliarden für die Hypo, könnte man etwa 100 Tausend Menschen 1O Jahre lang 170 Euro pro Monat zahlen fürs Essensgeld...
(1 Mille x 170 x12 Monate x 10 Jahre)= 2 Milliarden

Oberon

Alle Flüchtlinge rein nach Europa, natürlich mit späterem Familienzuzug. Grob gerechnet würde ich pro Person ca.50 Verwandte ansetzen! Einheimische, die sich in ihrem eigenen Land fremd fühlen, können schließlich auswandern. DAS kann doch kein Problem sein, Hauptsache, der Menschlichkeit ist genüge getan.
Damit sich die Gäste auch heimisch fühlen, könnte man die Gegend in Klein-Afrika umbenennen.

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illegale Einreise nach Italien künftig nicht mehr als Straftat geahndet wird"

Kann man so machen. Bleibt allerdings die Frage offen, wie viele Flüchtlinge zukünftig dann kommen werden. 100000, 1 Million, 3 Millionen oder sogar noch mehr? Und wer genau Unterkünfte, Arbeitsplätze etc. für diese Menschen bereitstellt ist ebenfalls unbeantwortet.

Ignaz-Kutschnberger
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Das österr. Bundesheer kauft um 16 Mille Drohnen von Kapsch...

Für nur 1,8 Mille könnte man ein GANZES Jahr lang 1 Tausend Menschen täglich um 5 Euro eine warme Mahlzeit zukommen lassen in Europa... also nicht mal 2 Mille für das Essen von gut 1.000 Menschen 1 Jahr lang!!

Arnold P. melden

3 mal 8 ist 20 bleibt 4!!

Ignaz-Kutschnberger
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Damit auch Rechenkünstler wie Sie auf das RICHTIGE Ergebnis kommen, habe ich es Ihnen eh schon korrekt vorgerechnet... aber selbst bei Ihrer sehr vereinfachten Rechnung, erzielt man unterm Strich noch immer ein positives Ergebnis... vor allem nicht nur mathematisch, sondern MENSCHLICH

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