Lässt der Kranich die AUA doch bleiben?
Nachbesserungen sind unwahrscheinlich

EU: Genehmigung nur mehr "hypothetische Frage" Verlängerung der Angebotsfrist gilt als sehr riskant

Lässt der Kranich die AUA doch bleiben?
Nachbesserungen sind unwahrscheinlich © Bild: Reuters

Eine wettbewerbsrechtliche Genehmigung der Übernahme der Austrian Airlines durch die deutsche Lufthansa bis 31. Juli ist für die EU-Kommission nur mehr "eine rein hypothetische Frage". Wie Jonathan Todd, Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes in Brüssel sagte, gebe es "keine Anzeichen" von Seiten der Lufthansa, dass diese ihre Zugeständnisse für den Deal verbessert.

Die EU-Kommission habe insbesondere Bedenken wegen der Flugstrecken von Wien nach Frankfurt, München, Stuttgart, Köln, Zürich, Genf und Brüssel, sagte Todd. Auf diesen Routen müsse sichergestellt sein, dass die Passagiere weiter eine Auswahl von Airlines hätten, ansonsten drohten Preiserhöhungen. Die Slots müssten auch rechtzeitig verfügbar sein.

Auch die Beihilfenprüfung der EU-Kommission zur 500 Millionen schweren Euro Kapitalspritze für die AUA ist nach Angaben des Sprechers des zuständigen EU-Verkehrskommissars Antonio Tajani noch nicht entschieden. Die EU-Kommission prüfe den Fall getrennt von der Übernahme der AUA durch die Lufthansa, beides sei aber "verknüpft".

Die Frist für das Angebot der Lufthansa endet am 31. Juli. Sollte das vertiefte EU-Verfahren bis in den Herbst dauern, könnte die Übernahme vertragsgemäß schon mit Ablauf der Angebotsfrist gescheitert sein. Möglich wäre es auch, die Angebotsfrist zu verlängern oder gar ein neues Angebot zu legen. Experten halten beides für höchst riskant.

(apa/red)