Länger arbeiten in Deutschland: Bundesrat stimmt Anhebung des Rentenalters auf 67 zu

Künftig soll es mehr Arbeit auch für Ältere geben Kritik von Gewerkschaften und Sozialverbänden

In Deutschland wird das gesetzliche Rentenalter schrittweise um zwei Jahre auf 67 Jahre angehoben. Nach dem Bundestag stimmte auch der Bundesrat zu. Gleichzeitig sollen die Beschäftigungschancen Älterer verbessert werden.

Die Anhebung des Rentenalters beginnt 2012. Zunächst steigt es um einen Monat, dann um zwei Monaten. Im Jahr 2029 können die meisten Deutschen nur noch mit 67 Jahren die volle gesetzliche Rente erhalten.

Nur wer 45 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt hat, kann weiterhin mit 65 Jahren den Ruhestand beginnen. Alle anderen müssen bei einem vorzeitigen Ausscheiden aus dem Erwerbsleben eine dauerhafte Kürzung hinnehmen. Gewerkschaften und Sozialverbände haben dies entschieden kritisiert und auf fehlende Arbeitsplätze für Ältere hingewiesen.

Sozial- und Arbeitsminister Franz Müntefering sagte in der Sitzung der Länderkammer, die Beschäftigungsquote der über 55-Jährigen solle aber bis 2010 auf 55 Prozent steigen. Ende 2006 lag der Wert bei 48,9 Prozent.

Müntefering nannte den Rentenbeschluss "vernünftig und generationen-gerecht". Er sei sicher, dass es künftig mehr Arbeit für Ältere gebe und dass die hochgesetzte Beschäftigungsquote von 55 Prozent erreichbar sei. Zuletzt habe die Zahl der Arbeitslosen über 55 binnen Jahresfrist um 180 000 abgenommen.

Die Rente mit 67 sei "keine starre Formel", sagte Müntefering. Es gebe auch in Zukunft "die alte klassische Altersteilzeit" und die Möglichkeit, mit Zusatzbeiträgen Rentenabschläge zu vermeiden oder zu reduzieren. Er rief Arbeitgeber und Gewerkschaften auf, vorhandenen Gestaltungsraum für altersgerechte Arbeitsbedingungen auszunutzen. Müntefering setzt darauf, dass auch die Konzerne erkennen, dass "ein vernünftiger Altersmix" vorteilhaft für sie ist. "Man darf die 55- Jährigen nicht rausschieben wollen, wie es die großen (Firmen) noch immer machen." (apa/red)