Länderspielwoche mit echtem Schlager:
Rekordweltmeister Brasilien trifft auf Italien

Fußballgigant mit Problemen im Angriff: Kaka fehlt Italien-Coach Lippi winkt Eintrag in die Rekordbücher

Länderspielwoche mit echtem Schlager:
Rekordweltmeister Brasilien trifft auf Italien © Bild: Reuters/Sposito

Als Prolog der Mittwoch-Länderspiele und gleichzeitig Höhepunkt des internationalen Fußball-Termins treffen heute die Rekord-Weltmeister Brasilien und Italien in London (20.45 Uhr) aufeinander. Fünf Titel hat Brasilien bisher errungen, vier hat der aktuelle Champion Italien zu Buche stehen. Schauplatz des prestigeträchtigen Duells wird das "Emirates Stadium" des Premier-League-Spitzenclubs Arsenal sein.

Die Brasilianer haben vor dem insgesamt 13. Aufeinandertreffen der Fußballgiganten ungewohnte Probleme im Angriff: Milan-Superstar Kaka fällt nach einer am Wochenende in der Meisterschaft erlittenen schweren Prellung im linken Fußgelenk aus, Juve-Stürmer Amauri wurde von seinem Club die internationale Freigabe verweigert. Unter besonderer Beobachtung wird deshalb Rückkehrer und Ex-Weltfußballer Ronaldinho stehen, auch das 19-jährige Milan-Talent Alexandre Pato könnte eine Chance erhalten.

Lippi kann aus dem Vollen schöpfen
Italiens Teamchef Marcelo Lippi kann im Gegensatz zu seinem Gegenüber Dunga im Angriff aus dem Vollen schöpfen und verzichtete sogar erneut auf den eine erfolgreiche Saison spielenden Juve-Altmeister Alessandro Del Piero. Verliert die "Squadra Azzurra" auch diesmal nicht, hat Lippi einen Eintrag in den Rekordbüchern sicher: Er wäre mit dem 32. Spiel in Folge ohne Niederlage der Nationaltrainer mit der längsten Erfolgsserie der Geschichte.

Großes Prestigeduell
Beide Teams feierten in den bisherigen Aufeinandertreffen bei zwei Unentschieden je fünf Siege, auch das Torverhältnis ist mit 19:19 ausgeglichen. Lippi erwartet ein großes Spiel, ist jedoch mit der Terminwahl unzufrieden: "Es ist ein großes Prestigeduell, aber eine Schande, dass wir am Dienstag spielen", meinte der italienische Teamchef. "Zwei der erfolgreichsten Nationalteams der Welt treffen aufeinander, mit all unseren besten Spielern. Und 48 Stunden nach den Ligamatches zu spielen heißt, dass wir etwas verlieren."

Dunga erwartet ein kampfbetontes Spiel: "Zu meiner Zeit war die Rivalität unter den Spielern auch außerhalb des Spielfeldes zu spüren. Die Globalisierung hat das beendet, aber auf dem Rasen geht es weiter zur Sache", meinte der brasilianische Trainer. Emotionen schürt der Fußball-Klassiker auch abseits des Platzes. Weil Brasilien einen in Italien verurteilten Terroristen nicht ausliefern will, forderten italienische Politiker gar die Absages des Spiels.

Der Großteil der übrigen Länderspiele wird erst am Mittwoch ausgetragen, bereits heute ist aber auch Österreichs WM-Qualifikationsgegner Serbien im Einsatz. Die Serben treffen im Rahmen eines Vierländerturniers auf Zypern auf die Gastgeber (17.00 Uhr).

(apa/red)