Finanzpolitik von

Lacina: "Auf politischer Ebene gepfuscht"

Der ehemalige Finanzminister über das Budget-Loch und verlorene Bodenhaftung

Ex-FInanzminister Ferdinand Lacina. © Bild: NEWS/Julia Stix

Für den ehemaligen Finanzminister Ferdinand Lacina (SPÖ) ist es "völlig unverständlich“, dass im Budget "plötzlich“ ein Milliardenloch klafft. Im NEWS-Interview beurteilt der Sozialdemokrat die aktuelle Finanzpolitik sehr kritisch.

NEWS: Wie kann ein Milliarden-Loch im Budget entstehen, ohne dass es Finanzministerin oder Regierung wissen?
Lacina: Bei der Sanierung von Banken, besonders der Hypo Alpe-Adria, waren einige Dinge offen, die offenbar nicht nach guter kaufmännischer Vorsicht ins Budget eingerechnet wurden. Bei allem anderen ist mir völlig unklar, wie das passieren konnte. Es ist ja nichts Dramatisches wie etwa ein Wirtschaftseinbruch passiert. Was man für Pensionen, Sozialleistungen oder Arbeitslose an Geld braucht, sollte eigentlich bekannt sein. Dafür gibt es ja die mittelfristige Budgetvorschau.

NEWS: Was, meinen Sie, ist da im Finanzministerium passiert?
Lacina: Ich kann mir, da ich die Qualität der Beamten im Finanzressort immer hoch geschätzt habe, nicht vorstellen, dass auf Beamtenseite gepfuscht wurde. Wenn, muss auf politischer Ebene gepfuscht worden sein. Entweder übertreibt man jetzt massiv, um die Stimmung für ein Sparpaket aufzubereiten, oder das Finanzministerium ist tatsächlich schlecht geführt worden.

NEWS: Ist angesichts der Budgetlage das Finanzressort überhaupt sehr erstrebenswert?
Lacina: Es ist einer der interessantesten Jobs, die es überhaupt gibt. Wer Mühe scheut, sollte sich überhaupt nicht dorthin begeben.

Die vollständige Story finden Sie im aktuellen NEWS in Ihrem Zeitschriftenhandel oder als iPad-Version.

Kommentare

Dass diese Alt-Idioten-Politiker nicht ihre dummen Goschen halten können. Als sie selbst an der Macht waren, haben sie nichts zusammengebracht. Aber jetzt benehmen sie sich wie die beiden Muppets am Balkon. Immer die Goschen für angebliche gute Ratschläge offen aber es kommt nur Schei.. heraus!

daphne5 melden

"oder das Finanzministerium ist tatsächlich schlecht geführt worden" - schlecht geführt von unserer Schotter-Mitzi, der Dame aus der Partei mit Wirtschaftskompetenz - kaum vorstellbar, nicht wahr?
Und diese Partei mit Wirtschaftskompetenz wird auch in der neuen Regierung darauf bestehen, das Finanzministerium zu leiten. Schwant da irgendjemandem Böses?

mueckenstrunz melden

die kleinen werden geschröpft und die superreichen werden gefördert

christian95 melden

Einfach unglaublich!!!
Da fehlen auf einmal 40 Mrd!!!! im Budget und NIEMAND merkt etwas!
Da wir gelogen dass sich die Balken biegen!

christian95 melden

€ 40.000.000.000.000 oder nun "nur mehr"!
€ 18.500.000.000.000
Da stimmt doch etwas nicht!
Jeder Manager in einem Privatbetrieb würde sofort vor dem Richter stehen.

lizzardo melden

da sind ein paar nullen zuviel :P
€ 40.000.000.000.-
sind aber auch genug... im übrigen sollten es ja "nur" noch 20 Mrd. sein, die da plötzlich fehlen, lol.
Die Gebrüder Grimm hätten sich gefreut über soviele Lügenmärchen, in der Politik hätten diese eigentlich nichts zu suchen.

Dieses "Budgetloch" mussten SPÖ+ÖVP erfinden, damit die Bürger einer neuerliche Abzocke akzeptieren.
Bei der vergangenen Regierungsbildung war es die Umwelt. Daher erhöhten sie auf Energie und Treibstoffe die Steuern. Das ist "gerechter" meinte die SPÖ, die ÖVP nannte es "ökologischer".
Und WIR? Wir wählten sie dafür wieder - wir verdienen nichts anderes.

War Lacina nicht der Finanzminister, in dessen Ära die Vermögenssteuer abgeschafft wurde??? Offenbar auch nicht die Lösung, die den Genossen jetzt gefällt, weil die wollen sie bekanntlich wieder. Nicht jeder Ex-Politiker weiss alles besser, auch wenn sie es meinen. Nur dass es mit dieser Koalition nicht so weitergehen kann, das wissen alle und da haben alle recht.

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