Kyoto-Ziele außer Reichweite: Österreich dabei sogar noch Umwelt-Musterschüler

Nur Schweden im EU-Ranking noch erfolgreicher Wirtschaft wächst stärker als Treibhausemissionen

Kyoto-Ziele außer Reichweite: Österreich dabei sogar noch Umwelt-Musterschüler © Bild: Reuters/Sinyakov

Die Silbermedaille in puncto Umweltschutz geht bei einem Ranking von 19 EU-Ländern an Österreich. Den ersten Platz erkämpfte sich heuer Schweden von der Alpenrepublik zurück. Eine große Aufholjagd gelang der Slowakei, die ex aequo auf Platz zwei landeten. Besserungsbedarf gibt es in Österreich aber weiterhin bei der Erfüllung der Kyoto-Ziele und dem Verringern des "ökologischen Fußabdruckes".

Dass Österreich die absolute Spitzenposition an Schweden abtreten musste, ist für Stephan Schwarzer, Umwelt- und Energieexperte der Wirtschaftskammer Österreich, kein Grund zur Sorge. "Von einem Abrutschen kann keine Rede sein. Österreichs Spitzenplatzierung ist breit abgestützt und im Zeitverlauf erstaunlich stabil", kommentierte Schwarzer das Ergebnis von vier internationalen Studien (Yale University, Columbia University, Zürcher Kantonalbank, WWF und WKÖ), auf deren Basis ein Umwelt-Ranking erstellt wurde.

Das gute Abschneiden verdanke Österreich vor allem der Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie, der Luftreinhaltung sowie der Recyclingquoten und des effizienten Umweltmanagements der Unternehmen. Auch die weitverbreitete biologische Landwirtschaft trage einen großen Teil dazu bei. Ein Zeitreihenvergleich zeige außerdem auf, dass die Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch und Umweltbelastung gut voranschreite. Zwischen 1995 und 2008 sei die Wirtschaft um mehr als 30 Prozent gewachsen, während die Treibhausemissionen nur im knapp acht Prozent gestiegen sind.

Doch auch die Kritikpunkte ändern sich in den vergangenen Jahren nur wenig. Weiterhin machen die Studien auf die nicht erfüllten Fortschritte bei der Erreichung der Kyoto-Ziele aufmerksam. Auch beim Vergleich des "ökologischen Fußabdruckes" schneidet Österreich als Industrieland naturgemäß weniger gut ab.

(apa/red)