KV-Verhandlungen von

Sind wir bald ohne Strom?

Energieverband droht Arbeitgebern mit Streiks ab 15. Februar

KV-Verhandlungen - Sind wir bald ohne Strom? © Bild: APA/DPA/Karmann

Die Beschäftigten der heimischen Energieversorger (EVU) drohen mit Streiks. Sollten die Verhandlungen am Donnerstag keine Einigung zu einem neuen Kollektivvertrag geben, drohen ab 15. Februar Streiks. Noch scheint aber ein Stromabschalten für die Beschäftigten keine Option zu sein.

Dies teilten am Mittwoch die Gewerkschaften GPA-djp und PRO-GE mit. Die Stromkunden sollen nicht betroffen sein.

"Stimmung ist sehr gereizt"
Lediglich eine Inflationsabgeltung und nicht nachhaltige Einmalzahlungen seien zu wenig - der Branche gehe es hervorragend, und die Beschäftigten hätten sich einen Anteil am Erfolg verdient, betonten die KV-Verhandler Karl Proyer (GPA-djp) und Manfred Anderle (PRO-GE) in einer Aussendung. Über das Angebot der Arbeitgeber seien die Beschäftigten zu Recht empört, "die Stimmung ist sehr gereizt", heißt es. Deshalb seien bei regionalen Betriebsversammlungen einstimmig "Durchsetzungsmaßnahmen" beschlossen worden.

Arbeitergeber finden Angebot "sehr gut"
Oesterreichs Energie, der E-Wirtschafts-Branchenverband, sieht dagegen sein KV-Angebot als "sehr gut" an, wie Generalsekretärin Barbara Schmidt am Mittwoch zur APA erklärte. Die angebotene 3,4-prozentige Erhöhung zuzüglich einer Einmalzahlung von 400 Euro sei "nicht wenig" und würde verstärkt den unteren Gehaltsstufen zugute kommen. Zuletzt hatte die Arbeitgeberseite 3,2 Prozent Ist-Anhebung angeboten zuzüglich 0,2 Prozent, die in den Betrieben individuell verteilbar sein sollen. Bezieher höherer Gagen kämen damit auf einen Abschluss knapp über der Inflation, untere Gehälter sogar sehr deutlich. Daher sei die brüske Ablehnung des fairen Angebots völlig unverständlich, heißt es bei Oesterreichs Energie.

An Protest-Betriebsversammlungen teilgenommen hatten am Mittwoch mehr als 1.500 Beschäftigte aus dem Burgenland, Niederösterreich und Wien. In Oberösterreich versammelten sich nach Gewerkschaftsangaben ebenfalls fast 1.500 Beschäftigte in Leonding. Weitere Versammlungen fanden in der Steiermark, in Salzburg, Kärnten, Tirol und Vorarlberg statt.