Kurzfristige Erhöhung der Öl-Fördermenge?
OPEC-Staaten wollen Rekordpreise dämpfen

Saudi-Arabien stellte bereits Anhebung in Aussicht Spekulationsgeschäfte hinter Preisanstieg vermutet

Kurzfristige Erhöhung der Öl-Fördermenge?
OPEC-Staaten wollen Rekordpreise dämpfen © Bild: APA/Ernesto

Als Reaktion auf die Rekordpreise beim Öl erwägen offenbar weitere OPEC-Staaten nach dem Vorbild Saudi-Arabiens eine kurzfristige Erhöhung ihrer Fördermengen. Sollte es eine entsprechende Nachfrage geben, stehe dies durchaus zur Debatte, sagte ein hochrangiger Vertreter der Organisation Erdölexportierender Staaten (OPEC). Beim Öl-Krisengipfel in Jeddah solle darüber gesprochen werden, aber auch über langfristige Maßnahmen.

Der rasante Preisanstieg für den Rohstoff sei allerdings eher auf Spekulationsgeschäfte zurückzuführen und weniger auf fundamentale Engpässe auf dem Markt, fügte er hinzu, und bekräftigte damit die bekannte OPEC-Position. Saudi-Arabien - Gastgeber des Krisengipfels - hatte vor wenigen Tagen in Aussicht gestellt, im Juli 9,7 Mio. Barrel Öl pro Tag fördern zu wollen statt bisher 9,45 Millionen. Der weltgrößte Öl-Exporteur stieß damit aber auf Skepsis bei den anderen OPEC-Staaten, die keine Unterversorgung sehen. Die Verbraucherländer, darunter auch Deutschland, hoffen dagegen auf eine Anhebung der Fördermengen. Der deutsche Wirtschaftsminister Michael Glos, der an dem Gipfel in Dschidda teilnimmt, kündigte bereits an, sich genau dafür einzusetzen. Die Industriestaaten sehen durch die Preisexplosion beim Öl mittlerweile die Weltwirtschaft bedroht. (apa/red)