Kurzbahn-WM in Shanghai: Markus Rogan auf Jagd nach Österreichs erstem WM-Gold

Gegen Weltrekordler aus USA um 200-m-Rücken-Titel OSV-Team: Auch Nadarajah gilt als Podestanwärterin

Schwimm-Österreich hat bei der 8. Kurzbahn-WM von Mittwoch bis Sonntag in Shanghai die Chance auf Historisches. In der WM-Geschichte hat es bisher weder auf der Kurz- noch der Langbahn einen österreichischen Weltmeister gegeben, nun tritt in China Markus Rogan über 200 m Rücken aussichtsreich an. Das OSV-Team beim ersten Schwimm-Höhepunkt des Jahres komplettieren Fabienne Nadarajah, Marilies Demal und Birgit Koschischek.

Die Herren-Entscheidung über die lange Rückenstrecke müsste einer der Höhepunkte dieser Titelkämpfe werden. Langbahn-Weltrekordler Aaron Peirsol hat zwar schon im Herbst auf ein Antreten verzichtet, doch sein US-Landsmann Ryan Lochte ist ein würdiger Ersatz für den Olympiasieger und auf der 25-m-Bahn sogar stärker einzuschätzen. Nach drei Yards-Weltrekorden bei den US-Uni-Titelkämpfen geht er sogar als erster Favorit in die Konkurrenz.

Wjatschanin kann Rogan nicht mehr überraschen
Und dann ist da noch Arkadij Wjatschanin. Der Russe hatte Rogan schon bei dessen Weltrekord-Rennen bei der EM in Triest voll gefordert und damit überrascht, für das nunmehrige Aufeinandertreffen sieht sich der Wiener aber gerüstet: "Mich zu überraschen, das gelingt ihm nicht noch einmal." Die Ruhe um Wjatschanin kommt ihm freilich verdächtig vor. "Ich vermute, dass er eine intensive Vorbereitung gemacht und noch härter trainiert hat."

Österreichs "Sportler des Jahres 2004" hat ebenfalls eine harte Vorbereitung absolviert, deren Verlauf eine Verbesserung seines Weltrekords von 1:50,43 auf eine Zeit unter 1:50 möglich schienen ließ. Seine vor knapp zwei Wochen erlittene Rückenverletzung hat den 23-Jährigen zwar kurzfristig etwas aus dem Rhythmus gebracht, mittlerweile fühlt sich Rogan aber wieder wohl und sollte die Marschroute stimmen.

Medaillenchance auch über 100 m Rücken & 200 m Lagen
Obwohl Rogans Training in den vergangenen Monaten stark auf seine Parade-Strecke ausgerichtet war, zählt er auch über 100 m Rücken und 200 m Lagen zu den Medaillen-Kandidaten. "Über 100 m Rücken gibt es acht Leute, die gewinnen können. Über 200 m Lagen ist alles möglich. Auch, dass schon nach dem Vorlauf klar ist, dass ich ohne Medaillen-Chance bin", bezieht sich der OSV-Star darauf, dass er sich auf dieser Distanz kaum einschätzen kann.

Eine Medaillen-Chance hat auch Nadarajah im Delfin-Sprint. Die 20-Jährige war als Vierte schon im vergangenen Juli bei der Langbahn-WM in Montreal knapp am Podest, mit einer Weltklassezeit bei den OSV-Meisterschaften gab sie vor kurzem einen überzeugenden Formbeweis ab. "Theoretisch müsste es nun in Shanghai noch besser gehen", erklärte die Wienerin vor der Abreise. "Aber vom Typ her bin ich nicht so, eine Medaille anzukündigen."

Demal und Koschischek hoffen auf Bestzeiten
Während die dreifache Gewinnerin von EM-Bronzemedaillen über 50 m Delfin über ihre zweite WM-Strecke noch keine Entscheidung getroffen hat, ist das WM-Programm ihrer Trainingspartnerinnen Demal und Koschischek klar. So wird Demal im Delfin- und Rücken-Sprint antreten. "Ich will vor allem auf beiden Strecken Bestzeiten schwimmen. Über 50 m Rücken wäre die Verbesserung meines österreichischen Rekords schön."

Ein Semifinal-Einzug ist der 16-Jährigen auf jeden Fall zuzutrauen, bei einem optimalen Rennen auch eine Final-Qualifikation. Das wird für Koschischek noch nicht erreichbar sein. Die 18-Jährige geht ebenfalls auf persönliche Bestmarken bzw. OSV-Rekorde los, wie etwa über 200 m Kraul: "Da müsste ich deutlich unter zwei Minuten bleiben können", schätzt sich die Wienerin ein. Damit wäre sie die erste Österreicherin unter der Schallmauer. (apa/red)