Frühstück bei mir von

Sebastian Kurz im Talk
über Politik, Kinder und Hunde

Für Nachwuchs fühlt sich der 30-Jährige noch zu jung, dennoch ist Zuwachs geplant

Frühstück bei mir - Sebastian Kurz im Talk
über Politik, Kinder und Hunde © Bild: Ö3/Martin Krachler

Eine Woche nach Bundeskanzler Christian Kern war Außenminister und ÖVP-Spitzenkandidat Sebastian Kurz zu Gast bei Claudia Stöckls "Frühstück bei mir". Im zweiten Teil der Ö3-Sommergespräche kommentierte er den derzeitigen Hype um seine Person, die guten Umfragewerte und hohen Erwartungen seiner Partei. Auch über Hochzeit und Kinder sprach der 30-Jährige.

"Ich weiß, wie volatil das in der Politik ist. Und ich habe ja das genaue Gegenteil auch schon erlebt. Als ich Staatssekretär wurde, gab es innerhalb von Stunden Zehntausende, die auf Facebook Gruppen gebildet haben und sich dagegen ausgesprochen haben, dass ich mit nur 24 Jahren Staatssekretär werden soll. Das heißt, ich habe massive Kritik erlebt und ich habe auch sehr viel Unterstützung und Zuspruch erlebt", meint Kurz zum derzeitigen Hype um seine Person. Und der 30-Jährige bekräftigt: "Ich kann Ihnen ganz genau sagen, dass sich die Unterstützung besser anfühlt als die Kritik. Aber wenn man eins davon zu nah an sich heran lässt, dann hat man schon einen schweren Fehler begangen."

Kurz über sein Verhältnis zu Mitterlehner

Der neue designierte Parteiobmann sprach auch über sein Verhältnis zu seinem Vorgänger Reinhold Mitterlehner, der sich ja bei seinem überraschenden Rücktritt deutlich dagegen ausgesprochen hat, "Platzhalter" für die ÖVP-Hoffnung sein zu wollen. Sebastian Kurz dazu im Gespräch mit Claudia Stöckl: "Wir sind miteinander im Reinen." Ob es keine Ressentiments gibt, da Kurz ja nachgesagt wurde, schon monatelang an Mitterlehners Entthronung gearbeitet zu haben? Dazu Kurz auf Ö3: "Reinhold Mitterlehner hat mir vor einiger Zeit schon signalisiert, dass er aller Voraussicht nach nicht Spitzenkandidat bei der nächsten Nationalratswahl sein möchte. Der Zeitpunkt seines Rückzugs kam allerdings sehr überraschend." Er habe mit Mitterlehner gleich nach dessen Rücktritt SMS ausgetauscht, Gespräche seien gefolgt. Ressentiments des Ex-Vizekanzlers seien ein Gerücht: "Unsere Gespräche sind freundschaftlich."

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Schüssel? Moretti? Wer sind Kurz' Berater?

Kurz' Beraterstab war ebenfalls oft Anlass für Spekulationen - angeblich sei Wolfgang Schüssel der Mastermind hinter Kurz' Forderungen an die ÖVP gewesen, mit denen er seiner Wahl zum Obmann zugestimmt hatte. "Wolfgang Schüssel ist der ehemalige Bundeskanzler, aber er ist nicht mein Berater. Meine engsten Berater sind mein Team - mein Kabinettschef, eine Referentin bei mir im Büro. Also eine Runde von Personen, mit denen ich täglich zusammenarbeite." Erwin Wurm und Tobias Moretti seien für Kurz wichtige Gesprächspartner in Sachen Kulturpolitik genauso wie Künstlermanager Herbert Fechter: "Fechter ist jemand, den ich sehr schätze und der, als ich ihn einmal gebeten habe, mir die Möglichkeit zu geben, mich mit Künstlern auszutauschen, viele eingeladen hat. Ich habe da teilweise stundenlange, interessante Diskussionen geführt, wo ich auch die Möglichkeit hatte, gerade was die Flüchtlingskrise betrifft oder meine Politik, dies Menschen zu erklären, die das sehr kritisch gesehen haben."

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Für Kinder fühlt sich Kurz noch zu jung

Wofür sich Kurz - der nicht nur jüngster Staatssekretär und jüngster Außenminister wurde, sondern jetzt mit 30 Jahren auch jüngster ÖVP-Obmann - nicht alt genug fühlt? "Bis jetzt für Kinder, aber irgendwann geht die Familienplanung auch an."

»Meine Eltern und auch meine Freundin haben kein Interesse medial vorzukommen, es ist auch nicht Teil ihrer Jobs. Ich halte es nicht für notwendig, da als Politiker das eigene Privatleben zu inszenieren.«

Auch Ehe sei geplant, doch seine Beziehung zu einer Wirtschaftspädagogin, die er mit 18 Jahren kennengelernt hat, möchte Kurz im Wahlkampf nicht ausbreiten: "Aber um ganz ehrlich zu sein, Ich möchte gerne nach meiner Arbeit beurteilt werden, und muss da nicht meine Familie vor den Vorhang holen." Zumindest ein neues Familienmitglied steht für den Politiker schon fest. Den Straßenhund, der seiner Freundin und ihm bei ihrem letzten Urlaub auf Madeira zugelaufen ist, hat er zwar schweren Herzens dort gelassen, aber spätestens nach dem Wahlkampf wird ein Hund in Kurz‘ Terrassenwohnung in Meidling einziehen. "Ich bin ein Tiernarr", so Kurz auf Ö3.

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